Bergpredigt

Die Bergpredigt zusammengefasst:

Der Vater kennt uns und unsere menschliche Natur. Diese unsere menschliche Natur – mit all ihren Schwächen – ist der Kern der Bergpredigt, die der Vater dem Sohn gelehrt hat (Joh 8,28).

Durch die drei Kapitel hindurch bringt unser Meister unsere menschliche Gesinnung mit den grundlegenden Wahrheiten über das göttliche Reich in eine Gegenüberstellung. In kurz: Er klärt uns über uns und die Ewigkeit mit Gott auf.

Wir möchten das noch einmal wiederholen und dich bitten, dass du dieses Verständnis für dich prüfst:

Der Kern der Berglehre (und so natürlich auch der gesamten Bibel) ist der Zusammenhang zwischen zwei Dingen:

  • Wir als Menschen leben in unserer gefallenen Natur,
  • aber diese menschliche Natur muss für das Leben in der Ewigkeit in eine göttliche Natur verändert werden.

Diese Gott gewollte Veränderung müssen wir in allererster Linie erst einmal erkennen und dann von Herzen wollen – u.a. deswegen, weil wir erkennen durften, dass diese Veränderung unbedingt notwendig für uns ist.

Ein “Gott liebt dich, so wie du bist und deswegen brauchst du dich nicht verändern” steht in einem absoluten Widerspruch zu der Lehre unseres Erlösers. Er fordert unsere fundamentale Veränderung für die Ewigkeit mit seinem und unserem Vater. Dafür bietet er seine Lehre und Hilfe im Namen Gottes an.

Das heißt:
Wir lernen aus seinen Worten, dass für diese verheißungsvolle Zukunft es nicht nur unseren mit Worten definierten Glauben benötigt, sondern die Kraft Gottes in unserem Leben, sodass eine fundamentale, andauernde und nicht einmalige Veränderung in unseren Herzen stattfindet.

Wieder in kurz: Unser Herz und dessen Veränderung stehen in einem unmittelbaren Zusammenhang mit dem Reich der Himmel.

Das Ziel dieses Reiches der Himmel ist kein anderes, als dass wir so wandeln, wie unser Herr gewandelt ist:

1Joh 2,6 Wer behauptet, ständig Gemeinschaft mit ihm zu haben, muss so leben, wie Jesus gelebt hat. [GNB]

So unmöglich das vielleicht erscheinen mag, aber Gott erwartet nichts von uns, was unmöglich ist, denn mit ihm und seiner Hilfe ist alles möglich: Auch das, dass wir ihm und seinem Sohn gleich werden. Das ist das Ziel der Bergpredigt – aber nicht nur da, sondern die ganze Heilige Schrift ist voll von dieser Wahrheit:

Eph 4,24 Als neue Menschen, geschaffen nach dem Ebenbild Gottes und zur Gerechtigkeit, Heiligkeit und Wahrheit berufen, sollt ihr auch ein neues Wesen annehmen. [NLB]

Gal 4,19 Meine Kinder, um die ich immer wieder die Schmerzen einer Geburt erleide, bis Christus in euch Gestalt gewinnt. [ZB]

Röm 13,14 Lasst Jesus Christus, den Herrn, euer ganzes Leben bestimmen, und hätschelt nicht eure alte selbstsüchtige Natur, damit die Begierden keine Macht über euch gewinnen. [GNB]

Kol 3,10 Jetzt habt ihr neue Kleider an, denn ihr seid neue Menschen geworden. Gott ist beständig in euch am Werk, damit ihr immer mehr seinem Ebenbild entsprecht, nach dem er euch geschaffen hat. So habt ihr Gemeinschaft mit Gott und versteht immer besser, was ihm gefällt. [HFA]

usw.

Eine sehr hohe und heilige Anforderung, die an uns alle gestellt wird und das weit überschreitet, was heutzutage als “wahrer Glaube” verkauft wird.

Ob man für die Ewigkeit also nur glauben muss, dass der Sohn Gottes alles getan hat oder auch selbst etwas in seinem Leben und mit seinem Leben tun muss, kann man sehr schnell, einfach und klar für sich selbst herausfinden. Hilfestellung hierbei leistet eine Zusammenfassung der Berglehre inkl. Fragen, die jeder gerne, wenn er möchte, für sich selbst beantworten kann (hierzu ist es wieder unabdingbar die drei Kapitel vor sich aufgeschlagen zu haben):

Mt 5,3-10:
Unser Herr stellt hier fest, wer Eintritt in das Königreich Gottes bzw. Königreich der Himmel erhält.
Frage: Habe ich diese Eigenschaften?

Mt 5,11-16:
Von Mt 5,10 überleitend redet er in den nächsten Versen bis 16 davon, dass ganz automatisch Bedrängnis und Verfolgungen kommen werden, die uns keinesfalls daran hindern sollen, unserem Glauben treu zu bleiben. Diese Bedrängnis ist eine logische Konsequenz, die uns treffen wird, wenn wir an seinen Leiden wirklich teilhaben wollen (1Petr 4,13). Diese Drangsale werden uns u.a. helfen, unseren Fokus auf die richtigen Dinge im Leben zu setzen.
Man kann es auch so formulieren: Unser Herr bereitet uns auf das Bevorstehende vor und lehrt uns gleichzeitig, dass wenn wir keinerlei Bedrängnis in unserem Glaubensleben haben, sehr wahrscheinlich etwas an unserer Nachfolge nicht dem entspricht, was er lehrte und vorlebte.
Frage: Komme ich durch meinen Glauben in Bedrängnis, erleide ich Schmähungen oder werde verfolgt? Wenn nicht, warum nicht, wenn es doch ein Zeichen und eine Bedingung für das “Eingehen in das Reich Gottes” ist? (s. hierzu auch Apg 14,22)

Mt 5,17-20:
Als nächstes stellt er fest, ehe er ab Mt 5,21 mit seinen “Ich aber sage euch”-Aussagen beginnt, dass kein Strichlein vom Gesetz vergehen wird bis diese erwähnte Ewigkeit mit Gott beginnt (Vers 18). Da man aber bei dem was er gleich sagen wird die Gebote seines Vaters als aufgelöst verstehen könnte, betont er vorab, dass keiner auch nur das kleinste Gebot auflösen oder als aufgelöst lehren soll (Vers 19).
Frage: Wie stehen wir zu den Geboten seines und unseres Vaters, die lediglich der Grundbaustein unseres Glaubens sind?

Mt 5,21-Ende:
In den nun folgenden Klarstellungen geht er auf die falschen Lehren der Geistlichen jener Zeit ein und benutzt diese, um durch seine “Ich aber sage euch”-Aussagen klar zu machen und zu betonen, was der Kern und das Ziel des Gesetzes ist; nämlich unser Innerstes, d.h. die Veränderung unserer Herzen. Diese Veränderung in uns – die der Vater von uns erwartet – steht im unmittelbaren Zusammenhang mit dem Königreich Gottes. Denn, wenn unsere Gerechtigkeit, also die Art und Weise wie wir Gottes Gebote ausleben, die der Pharisäer nicht bei weitem übertrifft, kommen wir gar nicht in das ewige Reich (Vers 20). Unser Herr verwirft also das falsche Verständnis von Gottes Wort und lehrt das Gesetz auf göttliche Weise und bringt es so voll zur Geltung, wie es von Anfang an vorgesehen war: Mt 5,17).
Wenn man sich also die Anforderungen in den Versen 21-48 ansieht und ehrlich zu sich selbst ist, wird man schnell erkennen, dass wir ein massives Problem mit unserer gefallenen Natur haben und ohne Gottes Hilfe, diese Anforderungen niemals erfüllen werden.
Fragen: Wie lautet meine Antwort auf diese Indikator-Fragen über mein Herz: Habe ich Gefühle und Gedanken des Hasses? Kann ich die lieben, die mich beschimpfen, hassen, verfluchen und anfeinden? Habe ich lüsterne Gedanken? usw.

Mt 6:
Hier geht es primär um zwei Dinge:
1. Dass wir keineGlaubensshow” für andere hinlegen sollen, denn ansonsten werden wir für all unsere Glaubenstaten keinen Lohn erhalten (Mt 6,1-18).
2. Dass wir uns um nichts, wirklich um absolut nichts in unserem Leben Sorgen machen müssen (Mt 6,19-34) – wenn unser Trachten sich voll und ganz nach dem Königreich Gottes und dem Dienst richtet (Mt 6,24.33).
Frage (zu Mt 6,1-18): Tue ich gerne Dinge, damit sie von anderen gesehen werden?
Frage (zu Mt 6,19-Ende): Trachte ich mit allem, was mich ausmacht, nach seinem Reich oder hindert mich meine Sorge um Essen und Trinken daran, Gott zu dienen?

Mt 7:
Hier geht es um das falsche Richten (Verse 1-6) und das zuversichtliche Bitten (Verse 7-11).
Abschließend lehrt der Herr uns eine massive Warnung über einen schmalen Weg, den nur wenige finden werden, denn nur wenige werden seine Lehre annehmen und in ihrem Leben umsetzen – so seine klaren Worte (Mt 7,13-14). Es wird sogar welche geben, die seinen Namen anrufen und Wunder und Zeichen vollbringen, aber nicht von ihm angenommen werden (Verse 22-23). Nur die, die das hören und tun, was Gott uns durch seinen Sohn lehrt, werden in das Königreich der Himmel eingehen (Mt 7,21-25).
Fragen: Denken wir, dass wir sicher auf dem schmalen Weg sind, so wie all die anderen oder überprüfen wir unsere Wege? Leben wir in einer leichtfertigen Heilsgewissheit oder prüfen wir an uns selbst, ob wir der Lehre unseres Herrn gerecht werden?

Der Schlüssel für die Gott wohlgefällige Antwort auf diese letzte Frage hat unmittelbar mit den ehrlichen Antworten zu den Fragen zuvor zu tun. Sie kann unmöglich isoliert beantwortet werden, sondern baut aufeinander auf – wie eben die gesamte Bergpredigt sich aufeinander aufbaut.

Können wir alle diese Fragen positiv beantworten, dann ist das ein gutes Zeichen, dass wir auf dem schmalen Weg sind. Sollten wir das nicht können, müssen wir um Veränderung flehen!

Wir sind am Ende angelangt. Man könnte noch viel sagen oder mit einem Mut machenden Vers abschließen, aber das tat unser Herr in seiner “Bergpredigt” auch nicht.

Gnade mit uns allen.

Mt 7,26-27 Und jeder, der diese meine Worte hört und sie nicht tut, wird einem törichten Mann gleich sein, der sein Haus auf den Sand baute. Als nun der Platzregen fiel und die Wasserströme kamen und die Winde stürmten und an dieses Haus stießen, da stürzte es ein, und sein Einsturz war gewaltig. [SLT]

V1.3e

PS: Falls du etwas mit diesem Text anfangen konntest, findest du vielleicht auch folgenden Dreiteiler (Glauben wie ein Kind – Unser Herz, die Liebe) hilfreich…