1Mo 6,9-11,32 – Es will sich einfach niemand ändern!

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Schalom ihr Lieben,

wie wir in der letzten Woche gehört haben, hat Gott die Erde, die Natur und die Menschen geschaffen. Adam und Eva waren die ersten Menschen. Aber leider haben Adam und Eva Gottes Wort nicht geglaubt und ihm nicht gehorcht, sondern haben genau das getan, was Gott verboten hatte. Dadurch kam die Sünde in die Welt. Durch die Sünde haben die Menschen immer mehr Böses getan. So viel Böses, dass es Gott sogar in seinem Herzen schmerzte, dass er die Menschen erschaffen hatte.

1. Mose 6,6 Gott wünschte, dass er den Menschen nie erschaffen hätte und es schmerzte ihn in sein Herz hinein.

Aber nicht alles war schlecht. Es gab zumindest einen Menschen, der so lebte, wie es Gott gefiel. Aber ehe wir zu diesem Teil der Geschichte kommen, kurz die Frage: Hast du die Portion zur heutigen Folge schon gelesen? Wenn nicht, dann halt hier kurz an und lies dir bitte 1. Mose 6,9-11,32 durch. 

Es ist nämlich wichtig, dass du verstehst, dass die Folgen, die du hier bei uns siehst, dich nicht dazu bringen sollen, das Wort Gottes nicht zu lesen. Ganz im Gegenteil. Wir möchten dich stets dazu motivieren, die Heilige Schrift zu lesen und dann zu prüfen, was hier gesagt wird. Denn Gottes Wort ist viel wichtiger, als die Worte von Menschen. Vergiss das bitte nie!

Nun konkret zur aktuellen Torah-Portion: Wir möchten hierfür zuerst eine Zusammenfassung der wichtigsten Punkte der Geschichte erzählen. Direkt danach werden wir darauf eingehen, was wir alle daraus für unser Leben lernen sollten.

Zum Einstieg der Geschichte lesen wir drei Verse aus dem Anfang der heutigen Portion, in der Gott uns sagt, was auf der Erde nicht stimmte:

1. Mose 6,11-13: Die Erde war böse und verdorben vor Gott, und sie war erfüllt von Gewalt. Wohin Gott auch sah: Überall herrschte das Böse; denn alles Fleisch hatte seinen Weg verdorben auf Erden. Da sprach Gott zu Noah: Ich habe beschlossen, alles Leben auf der Erde zu vernichten, denn wo man auch hinsieht, herrscht Grausamkeit. Darum werde ich alles auslöschen!

Aber wie wir in der letzten Portion gelernt haben, möchte Gott seine Schöpfung nicht einfach nur auslöschen. Vielmehr ist es sein Wunsch, den perfekten Zustand im Garten Eden wiederherzustellen, sodass er wieder mitten unter uns sein kann. Das Problem dabei ist, dass die gesamte Erde voller Bosheit ist. Aber Gott sei Dank gab es unter all diesem Bösen zu jener Zeit den gehorsamen Noah, der Gott liebte und der genau das tat, was Gott ihm sagte. Die Bibel sagt über ihn:

1. Mose 6,9 Noah war ein gerechter und tadelloser Mann und lebte so wie es Gott gefällt.

Passend zu dieser Aussage könnt ihr hier die Personenkarte zu Noah sehen. Diese Karte werden wir jetzt gemeinsam füllen, damit wir wissen, wer Noah war. Wir lesen in der Bibel Folgendes über ihn:

  • Er war ein gerechter Mann.
  • Er war tadellos.
  • Er liebte Gott und lebte so, wie Gott es mag, das heißt, er war gehorsam in allem.
  • Gott rettete durch ihn und die Arche alles Lebendige, also Mensch und Tier.

Diese Arche kannst du dir wie einen großen schwimmenden Kasten vorstellen, nur dass sie eben so groß war, dass sowohl Noahs Familie, als auch sehr viele Tiere hineinpassten.

Falls du dich fragen solltest, wie denn alle Tiere in die Arche gepasst haben, bitten wir dich um ein wenig Geduld, denn später werden wir auf diese und ähnliche Fragen eingehen.

Hier machen wir erst einmal mit dem Bau der Arche weiter: Noah baute also – genau nach Gottes Anweisungen – gemeinsam mit seinen Söhnen die Arche. Als dieses riesige “Boot” nach hundert Jahren endlich fertig war, sprach Gott zu ihm:

1. Mose 7,1-2 Geh mit deiner Familie in die Arche! Du bist der Einzige unter den Menschen, der vor mir als gerecht bestehen kann. Nimm von allen reinen Tieren je sieben Paare mit, aber von den unreinen Tieren nur jeweils ein Männchen und ein Weibchen.

Also ging Noah in die Arche und nahm sowohl seine Familie, als auch die Tiere mit, wie Gott es ihm aufgetragen hatte.

Als Noah und die Tiere in der Arche waren, ließ Gott es auf der Erde regnen. Es kam Regen vom Himmel und Wasser aus den Tiefen der Erde. Es war so viel Wasser, dass alles, also auch die Berge, komplett überflutet waren und Noah in dem mega riesigen Kasten mitten in dieser wilden Flut auf dem Wasser trieb. Auf der Arche gab es keine Ruder oder Steuer, auch keine Segel oder sonst etwas, was ein Schiff normalerweise hat. Aber Noah fürchtete sich dennoch nicht, denn Gott beschützte ihn und seine Familie. Ein ganzes Jahr lang musste Noah in der Arche bleiben, solange bis das Wasser wieder abgeflossen war. Danach durften alle, die in der Arche waren, hinausgehen. Das heißt, dank diesem Rettungsplan hatte Gott durch Noah die Menschheit und die Tierwelt vor dem Aussterben bewahrt.

Für diese Rettung dankte Noah dem Allmächtigen und betete zu ihm. Gott war sehr erfreut über ihn, weil Noah Gott liebte und ihm vertraute. Und Gott sprach zu ihm und seinen Söhnen:

1. Mose 9,7-13 »Ihr sollt viele Kinder bekommen und die Erde wieder bevölkern! Ich schließe einen Bund mit euch und euren Nachkommen; mit allen Tieren, die mit euch auf dem Schiff waren – den Vögeln, den zahmen und den wilden Tieren – mit allen Lebewesen auf der Erde: Ich gebe euch das feste Versprechen, niemals mehr durch eine Flut die Erde und alle Lebewesen zu vernichten.« Und Gott sprach: »Ich gebe euch ein Zeichen als Garantie für den ewigen Bund, den ich mit euch und allen Lebewesen schließe: Ich setze meinen Bogen in die Wolken. Er ist das Zeichen meines unumstößlichen Bundes mit der Erde. Jedes Mal, wenn ich Regenwolken über die Erde schicke, wird der Regenbogen in den Wolken zu sehen sein.«

Wir lesen hier, dass Gott ihnen sagte, dass sie sich vermehren sollen. Und sie haben sich vermehrt, denn alle Menschen, die heute auf der Erde leben, sind die direkten Nachkommen von Sem, Ham und Japhet. Also die Söhne und Töchter Noahs.

Leider endet die Geschichte Noahs nicht mit diesen Versen, sondern uns wird noch ein trauriges Ereignis geschildert, aus dem wir eine wichtige Lehre für unser Leben mitnehmen sollen:

Noah arbeitete nach der großen Flut auf dem Acker und war der Erste, der einen Weinberg pflanzte. Aus den Trauben machte er dann Alkohol, von dem er dann natürlich auch trank. Leider viel zu viel, sodass etwas Schreckliches geschah, auf das wir hier nicht näher eingehen. Wichtig ist nur, dass wir direkt zu Beginn verstehen, dass sich zu betrinken ganz schlimme Folgen haben kann. Daher vergiss das bitte nicht: Gott mag es nicht, wenn man so viel Alkohol trinkt, dass man nicht mehr weiß, was man tut. (Gott mag nicht-Karte)

So endet die Geschichte Noahs. Dann macht die Bibel einen Sprung und nimmt uns mit in eine Zeit einige Jahre nach der Sintflut. 

Leider waren die Menschen auch zu jener Zeit wieder böse und gottlos, wie schon vor der Flut. Sie hatten nichts dazugelernt. Warum das immer wieder so ist, dass die Menschheit nicht dazulernt, sagt uns Gott. Er spricht über alle Menschen, damals wie heute, folgendes Urteil:

1. Mose 8,21 … Alles, was aus dem Herzen des Menschen kommt, ist ja böse von seiner frühesten Jugend an …

Wichtig bei dieser Aussage ist, dass ihr versteht, dass der Vers nicht sagt, dass wir Menschen grundsätzlich nichts Gutes tun können. Klar ist es zum Beispiel etwas Gutes, wenn wir jemandem helfen. Aber was Gott hier ausdrücklich sagt, ist, dass wir Menschen von Grund auf böse und egoistisch sind. “Egoistisch” bedeutet vor allem so etwas wie, dass man viel mehr an sich als an andere denkt. So ein Herz mag unser Gott überhaupt nicht! (Gott mag nicht-Karte)

Damit du aber voll und ganz verstehst, warum Gott dieses heftige Urteil über unser Herz spricht, geben wir dir die Aufgabe, mit deinen Eltern ausführlich darüber zu reden. Sie werden dir beim besseren Verständnis dieser wichtigen Aussage Gottes helfen. Frage Papa und Mama dabei auch, wo sich zum Beispiel in ihrem und in deinem Leben der Egoismus und das Böse im Herzen zeigt. Und wo sie sich selbst mehr als ihre Nächsten lieben. Und dann überlegt euch, wie ihr euch gegenseitig dabei helfen könnt, euren Egoismus mehr und mehr zu besiegen! (Gemeinschaftskarte)

Bei einem unserer Brüder ist dieses Thema so ausgiebig mit den Kindern besprochen worden, dass jetzt alle in der Familie total aufmerksam dafür geworden sind. Sie erkennen mehr und mehr an sich, wo sie überall im Alltag egoistisch sind. Das ging so weit, dass sie jetzt sogar einen Spruch dafür haben, wenn sie mal wieder egoistisch handeln. Dann wird unter ihnen gesagt: “Na, ist ‘Egon’ wieder da?”

Zurück zum Hochmut und dem Bösen in jener Zeit und der Art, wie Gott damit umging.

Dazu zuerst die Stelle, die die Überheblichkeit der Menschen von damals verdeutlicht:

1. Mose 11,4-5 …»Ans Werk! Wir bauen uns eine Stadt mit einem Turm, der bis an den Himmel reicht! Dann wird unser Name in aller Welt berühmt. Dieses Bauwerk wird uns zusammenhalten, sodass wir nicht über die ganze Erde zerstreut werden.«

Verstehst du, warum die Menschen diesen Turm bauen wollten? Sie wollten sich ein Denkmal erschaffen, damit sie auf der ganzen Welt berühmt werden. Ganz genauso wie viele Stars der heutigen Zeit. Es scheint also ein immer wiederkehrendes Problem der Menschen zu sein, dass ihr Stolz sie dazu bewegt, berühmt sein zu wollen. Aber auch wenn wir keine Stars sind, merken wir diesen Wunsch auch sehr oft an uns selbst, nämlich immer dann, wenn wir z. B. Anerkennung von anderen suchen, wenn wir “auf cool machen” usw. So war es auch bei den Menschen beim Turmbau zu Babel. Und wie reagierte Gott darauf?

1. Mose 11,6 … Er sagte: Seht nur! Sie sind ein einziges Volk mit einer gemeinsamen Sprache. Was sie gerade tun, ist erst der Anfang, denn durch ihren vereinten Willen wird ihnen von jetzt an jedes Vorhaben gelingen!

Dieser “vereinte Wille” ist ihr Wille “in aller Welt berühmt zu sein”, d.h. der Mensch lebte egoistisch und selbstverliebt bis zum Geht-nicht-mehr. Das führte und führt auch heute noch dazu, dass wir Menschen am Ende dann gar nicht mehr auf Gott hören.

Damit das nicht passiert, beschloss Gott wieder einzugreifen. Wie? Indem er ihre Sprache verwirrte. Stell dir dazu vor: Damals gab es nur eine Sprache. Das war hebräisch. Alle konnten in dieser Sprache miteinander reden, jeder verstand den anderen, niemand musste erst eine andere Sprache lernen, wie z.B. heute Englisch oder Französisch.

Genau das veränderte Gott. Er veränderte ihre Sprache so, dass sie sich nicht mehr verstehen konnten. Und weil sie sich nicht mehr verstehen konnten, konnten sie auch ihren gemeinsamen Plan nicht mehr fortführen; d.h. sie bauten nicht mehr weiter und trennten und zerstreuten sich über die ganze Erde.

Wir lernen aus dieser ganzen Geschichte, dass Stolz, Arroganz und Überheblichkeit unser Gott absolut nicht leiden kann. Damit wir das nicht vergessen, möchten wir euch dazu eine “Warnkarte mitgeben, die ihr schon aus dem ersten Teil kennt. Dort war es der “Ungehorsam”, vor dem uns die Bibel warnt. Hier ist es der Stolz und die Überheblichkeit, vor denen wir ausdrücklich gewarnt werden.

Kennst auch du Stolz oder das “auf cool machen” von dir selbst? Kennst du vielleicht Situationen, in denen du etwas gemacht hast, wo du unbedingt Anerkennung von deinen Freunden gesucht hast oder besonders cool sein wolltest? Falls ja, dann denke beim nächsten Mal an deine neue Warn-Karte.

So, nun hast du in aller Kürze die Geschichte Noahs und die des Turmbaus der Menschen in Babel gehört. Nun möchten wir – nachdem wir jetzt die Geschichte als Ganzes gehört haben – diese Geschichte weiter praktisch auf unser Leben anwenden. Als erstes sollt ihr verstehen, warum Noah ein so großes Vorbild für uns heute ist …