Wächter des Wortes – Wie prüft man Biblisches? – Teil 2: Der Spickzettel

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Jes 34,16 Forscht nach im Buch des HERRN und lest es! … [CSV]

Wenn wir nach dem ersten Teil uns unserer Probleme mit…

  • unserer Bequemlichkeit,
  • unserer persönlichen Brille (d.h. unserer Vorprägung),
  • unserem uns selbst betrügenden Herzen,
  • unserer ich-bezogenen Gesinnung und
  • unserem Stolz

… bewusst sind, dann können wir uns nun dem eigentlichen Kern widmen:
Wie überprüft man Biblisches? Wie prüft man sein eigenes Verständnis der Schrift, als auch andere Lehren? Wie schafft man es, Wahrheit von Verwirrung & Lüge zu unterscheiden?

Die Grundlage hierfür ist das Gebet!
Vor dem Thron Gottes müssen wir um das richtige Verständnis bitten, vielmehr flehen; d.h. mit dem Problem unseres trügerischen Herzens, der Verwirrung der Welt und unserer mangelnden göttlichen Weisheit, bitten wir genau um die Umkehrung dieser Dinge, d.h.:

1. Wir wollen anstatt ein ich-bezogenes, trügerisches Herz → ein reines Herz:

Jer 17,9 Überaus trügerisch ist das Herz und bösartig; wer kann es ergründen? [SLT]

Spr 28,26 Wer sich auf sein eigenes Herz verlässt, ist ein Narr; wer aber in der Weisheit wandelt, der wird entkommen. [SLT]

Da wir das wissen, bitten wir um Folgendes:

Ps 51,12 Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz, und erneuere in meinem Innern einen festen Geist! [CSV]

Wir dürfen die Wichtigkeit dieses Punktes nicht übersehen, denn nicht zwingend spielt unser Verstand beim Verstehen der Heiligen Schrift die tragende Rolle, sondern viel, viel mehr unser Herz. Nahezu alles hängt davon ab! Daher sollten, vielmehr müssen wir – wie David – um dieses reine Herz bitten, damit dann auch wir – wie er es war – ein Kind nach dem Herzen Gottes werden können.

Ist uns aber die Rolle unseres trügerischen Herzens beim Verstehen des Textes nicht bewusst, könnte es sein, dass wir die Schrift genau so verstehen, wie sie unser Herz verstehen will (wie wir direkt im nächsten Vers lesen können):

Jer 17,9-10 Überaus trügerisch ist das Herz und bösartig; wer kann es ergründen? Ich der HERR erforsche das Herz und prüfe die Nieren, um jedem Einzelnen zu vergelten entsprechend seinen Wegen, entsprechend der Frucht seiner Taten. [SLT]

Dieses “Vergelten entsprechend unseren Wegen” (also das zu erhalten, wonach unser Herz trachtet) ist unser unangefochtenes Hauptproblem (!) beim Forschen in der Heiligen Schrift. Dieses Problem (ver)führt uns dazu, dass wir im Wort genau das finden, wonach sich unser Herz – meist unbewusst – sehnt!
Kein anderes Problem, keine andere Hürde, keine andere Herausforderung in unserem Leben kommt diesem Trio aus “Stolz, schwachem Fleisch & selbstbetrügendem Herzen” auch nur ansatzweise nahe! Es wirkt sich einfach auf alle Bereiche unseres Lebens aus – so auch auf das Verständnis der Heiligen Schrift!

Meist ist es jedoch so, dass wir unser trügerisches Herz gar nicht kennen und daher auch nicht erkennen können, dass wir a) alle noch jede Menge Stolz in uns tragen und b) unser schwaches Fleisch sich ganz heimlich gegen Gott und seine Wahrheit auflehnt, …

Röm 8,7 weil nämlich das Trachten des Fleisches Feindschaft gegen Gott ist; … [SLT]

Man könnte sagen: Unser Herz betrügt uns so gut, dass wir gar nicht merken, dass es uns betrügt – und zwar immer wieder. Das Ergebnis davon ist dann, dass …

Spr 21,2 Jeder Weg eines Menschen ist recht in seinen Augen, aber der HERR prüft die Herzen. [SLT]

Man kann daher ganz einfach, nüchtern, sachlich, ohne Wenn und Aber und völlig frei von Emotionen festhalten:

Wir haben ein Herz, das uns betrügt. Punkt.
Dieses Herz können wir nicht selbst erforschen, aber der Geist und das Wort Gottes können uns dabei helfen, sodass wir uns selbst besser kennenlernensofern wir uns nicht dagegen wehren.

Hebr 4,12 Denn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert, und es dringt durch, bis es scheidet sowohl Seele als auch Geist, sowohl Mark als auch Bein, und es ist ein Richter der Gedanken und Gesinnungen des Herzens. [SLT]

Ein gutes Hilfsmittel gegen unser Problem ist: Je bewusster uns ein möglicher Selbstbetrug ist, desto weniger werden wir uns selbst betrügen.
Oder in anderen Worten: Glauben wir an Gott, dann sollten wir auch daran glauben, dass er unser Herz zu beurteilen weiß; und wenn er über unser Herz sagt “trügerisch”, dann ist es trügerisch. Ganz einfach. Daher sollten wir, wie zuvor erwähnt, immer wieder darum bitten:

Ps 51,12 Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz, und erneuere in meinem Innern einen festen Geist! [CSV]


2. Wir wollen anstatt Verwirrung → Wahrheit:

Daher sollten wir Folgendes bitten:

Joh 17,17 Heilige sie [uns] in deiner Wahrheit! Dein Wort ist Wahrheit. [SLT]

Eph 4,14 damit wir nicht mehr Unmündige seien, hin und her geworfen und umhergetrieben von jedem Wind der Lehre, die durch die Betrügerei der Menschen kommt, durch ihre Verschlagenheit zu listig ersonnenem Irrtum; [CSV]

Nebst der Bitte, müssen wir uns von unseren “Altlasten” befreien oder…

1Kor 5,6-7 … Wisst ihr denn nicht, dass ein wenig Sauerteig den ganzen Teig durchsäuert? Reinigt euch also vom alten Sauerteig, fegt jeden Krümel davon aus, damit ihr wieder ein frischer, ungesäuerter Teig seid, denn auch unser Passah ist geschlachtet worden: Christus. [NEÜ]

Wer sich wahrhaftig eindringlich selbst hinterfragt und um Reinigung bittet, wird diesen Sauerteig und seine Auswirkungen schon unzählige Male in seinem eigenen Glaubensleben erfahren haben. Soll heißen: Man wusste gar nicht, wie viel Sauerteig, sprich wie viel Bosheit, Heuchelei, Menschenlehre & Co. in einem waren. Hat man das aber noch nie erfahren, hat man sich auch nicht genug selbst hinterfragt. Das kann man so kühn und sicher sagen, denn jeder von uns ist voll von Sauerteig. Warum?
Nebst vielen Gründen u.a. weil keiner von uns in einer abgeschotteten Welt, ohne Bosheit, mit Eltern, die nur das Wort Gottes leben und lehren, aufgewachsen ist. Es macht aber dennoch den Anschein, dass viele davon ausgehen, dass sie völlig frei von jedwedem Sauerteig wären. Dem ist natürlich nicht so – bei keinem von uns!
Daher brauchen wir alle Gottes Hilfe, um unseren persönlichen Sauerteig loszuwerden. Nicht umsonst unterstreicht direkt das erste biblische Fest des Jahres ganz klar und deutlich die Wichtigkeit dieser Reinigung: Wir sollen ungesäuert werden, so wie es unser Passah, also Christus war und ist.


3. Wir wollen anstatt menschlicher Weisheit → göttliche Weisheit:

1Kor 3,19 Denn die Weisheit dieser Welt ist Torheit vor Gott; … [SLT]

Da wir das wissen, müssen wir um Folgendes bitten:

Jak 1,5 Wenn es aber jemand unter euch an Weisheit mangelt, so erbitte er sie von Gott, der allen gern und ohne Vorwurf gibt, so wird sie ihm gegeben werden. Er bitte aber im Glauben und zweifle nicht; denn wer zweifelt, gleicht einer Meereswoge, die vom Wind getrieben und hin- und hergeworfen wird. Ein solcher Mensch denke nicht, dass er etwas von dem Herrn empfangen wird; [SLT]

Das heißt: Wir müssen im Glauben – ohne Zweifel – bitten, dann wird uns göttliche Weisheit gegeben werden. Also eigentlich gar nicht schwer, denn wenn wir aufrichtig suchen, werden wir auch reichlich finden. Dem Vater sei Dank!

Bemerkung am Rande: Sollten wir – frei von unserem uns selbst betrügenden Herzen – wirklich göttliche Weisheit empfangen dürfen, aber diese Weisheit bleibt dann nur im Kopf, dann ist sie keine Weisheit. Denn Weisheit findet seine Anwendung in unserem Leben – ganz praktisch!
Das heißt: Wir suchen keine Weisheit, die nur in unserem Verstand bleibt und dazu dient, uns vor anderen zu profilieren (also im Kern nur uns selbst dient), sondern wir suchen diejenige Weisheit, die uns dabei hilft, unser ganzes Leben – in allen Bereichen – Gott wohlgefälliger zu machen und ihm und unserem Nächsten zu dienen.

Das ist der Fokus dieses Artikels:
Bitten, von Gott (und nicht vom eigenen Herzen) empfangen und dann das Empfangene auch ganz praktisch im Leben anwenden.

Keineswegs geht es hier darum, wie wir uns mehr Wissen ansammeln, welches uns womöglich nur aufbläht, sondern wir suchen nach der Liebe Gottes, die uns von innen verändert und uns dazu bringt, uns selbst für Gott und unsere Nächsten aufzuopfern. Ganz so wie es uns der Sohn Gottes vorgelebt hat:

Lk 9,23 Er sprach aber zu allen: Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach. [SLT]

Nur wenn uns all das Studium mehr und mehr zu der Erfüllung dieses Verses bringt, macht das ganze Lesen, Forschen und Sinnen auch wirklich einen Sinn.