Brüder an Brüder

Unzucht, Pornos, Selbstbefriedigung

Bruder A sagt zu Bruder B: “Ich habe ein Problem mit Pornographie!”
Bruder B daraufhin: “Du meinst mit Pornos?!”
A: “Ja, genau.”
B: “Wieso sagst du dann nicht Pornos, sondern Pornographie? Und was genau meinst du mit: Ich habe ein Problem damit?”

Warum wir diesen seltsamen Einstieg wählen, hat weniger damit zu tun, wie realistisch ein derartiges Gespräch sein mag oder auch nicht, sondern vielmehr damit, dass es in kurz veranschaulichen soll, was eines der Hauptprobleme bei diesem Thema ist, nämlich die bewusste oder unbewusste Verharmlosung.

Soll heißen, dass es sein könnte, dass das Wort “Pornographie” nicht grundlos gewählt wurde; denn Pornographie gibt dem Ganzen einen anderen Anstrich. Es wirkt formeller, vielleicht sogar harmloser, weil das Wort vermeintlich weniger mit Schmutz behaftet ist als das Wort “Pornos”; auch die Formulierung: “Ich habe ein Problem damit.” könnte (muss nicht) eine bewusste/unbewusste Verharmlosung sein, denn im Grunde hat man nicht ein Problem mit Pornos, sondern mit der damit verbundenen Sünde.

Dass dem so ist, ist aber nicht jedem Bruder klar. Auch ist den meisten nicht klar, was man da eigentlich genau macht. Denn man sieht zwei (oder mehr) Menschen dabei zu, wie sie Unzucht oder schlimmer (wenn eine der Personen verheiratet ist) Ehebruch betreiben. Oder genauer formuliert:

blankMan sieht Menschen dabei zu, wie sie schwer sündigen! Aber anstatt wegzucken, sieht man hin. Sogar ganz genau hin.
Und nicht nur das (man muss es beim Namen nennen):
Man geilt sich daran auf!

Das ist das, was da passiert.

Es gibt nun Meinungen, die behaupten: “Aber man begeht da doch keinen richtigen Ehebruch oder keine richtige Unzucht. Man geht ja zu keiner Frau ein!”

Mt 5,27-30 Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist: »Du sollst nicht ehebrechen!« Ich aber sage euch: Wer eine Frau ansieht, um sie zu begehren, der hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen. Wenn dir aber dein rechtes Auge ein Anstoß zur Sünde wird, so reiß es aus und wirf es von dir! Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verlorengeht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird. Und wenn deine rechte Hand für dich ein Anstoß zur Sünde wird, so haue sie ab und wirf sie von dir! Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verlorengeht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird.

Hier lehrt uns der Herr das göttliche Prinzip, dass Sünde auch ohne eine physische Handlung in unseren Herzen stattfinden kann. Das ist kein neues Prinzip und kein neues Gebot, sondern eins, das es schon seit den Zehn Geboten gibt: Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus, Frau, Vieh usw.

Wenn also das Begehren einer verheirateten bzw. unverheirateten Frau zum Ehebruch bzw. zur Unzucht im Herzen führt, dann führt logischerweise das Gucken von Pornos zu demselben Ergebnis, weil genau das macht man ja da: Man(n) begehrt Frauen.

Wer diese Tatsache nicht so sieht, kann – so hart das vielleicht auch klingen mag – hier direkt abbrechen. Warum? Weil, wenn die warnenden Worte unseres Herrn keinen Nährboden im Herzen finden, dann wird auch alles andere nichts nützen. Soll heißen: Wenn man wirklich gehorsam sein und den Willen Gottes tun will, wird man verstehen, dass das Gucken von Pornos Sünde ist, wenn man aber davon nicht ablassen will, wird man das nicht annehmen und vielleicht Dinge einwenden, wie z.B.: “Es steht nirgends geschrieben, dass man keine Pornos gucken darf. Somit wäre das ein Menschengebot.”

Zu einem derartigen oder ähnlichen Einwand kann man dann eigentlich nur die Worte unseres Meisters wiederholen:

Joh 7,17 Wenn jemand Gottes Willen tun will, wird er erkennen, ob diese Lehre von Gott ist … 

Und die Lehre von Gott und der Wille Gottes hinsichtlich unseres Themas ist eben:

1Thes 4,3-5 Das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, dass ihr euch der Unzucht enthaltet; dass es jeder von euch versteht, sein eigenes Gefäß in Heiligung und Ehrbarkeit in Besitz zu nehmen, nicht mit leidenschaftlicher Begierde wie die Heiden, die Gott nicht kennen.

Was passiert, wenn wir uns nicht der Unzucht enthalten?
Wir hatten es bereits gelesen: Es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verlorengeht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird.

Klingt vielleicht extrem hart, aber es sind nicht unsere, sondern die Worte unseres Herrn. Paulus greift die Schwere dieser Sünde auch auf und beschreibt sie so:

Eph 5,5 Denn dieses wisst und erkennt, dass kein Unzüchtiger … ein Erbteil hat im Reich Christi und Gottes.

Wollen wir damit sagen, dass jemand, der Pornos guckt, nicht ins Reich Gottes kommen wird?

Es ist im Zusammenhang dieser Frage wichtig, dass wir betonen, dass wir im Grunde nichts sagen. Wir zitieren nur!

Daher muss jeder für sich selbst entscheiden, ob das Gucken von Pornos dem entspricht, wovor uns der Herr warnt oder nicht?

Mt 5,28 Ich sage euch: Wer eine Frau ansieht, um sie zu begehren, der hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen. 

Die Antwort auf diese Frage gibt dann Aufschluss darüber, ob man die Tragweite davon, Pornos zu gucken, erkennt oder nicht.

… 

Wichtig bei diesem Thema ist, dass man sich bewusst machen muss, dass hier ein immens starker Kampf zwischen Fleisch und Geist stattfindet. Das Fleisch möchte sein Begehren befriedigen und der Geist möchte uns vor der Sünde bewahren.

Und jedes Mal, wenn unser Fleisch etwas ganz besonders stark haben möchte, dann kommt sein bester Gehilfe ins Spiel: unser trügerisches Herz.

Das heißt, dass es beim Thema “sexuelle Gelüste” oft zu den heftigsten Formen des Selbstbetrugs kommt. Dazu ein Beispiel, das wir schon einmal an einer anderen Stelle hatten. Es hat uns jemand in den Kommentaren zu dem Video: “Die Gefahren des Exodus” Folgendes geschrieben (man beachte dabei die Widersprüche, Verdrehungen und eben das Ausmaß des trügerischen Herzens, das einfach nicht von den Pornos loslassen will):

“Hallo, in der Septuaginta wird ausschließlich von porneia geschrieben was Prostitution bedeutet. Die Sexfilme heißen auf griechisch pornografia und davon wurde nie etwas im Originaltext erwähnt. Und Gott kannte schon damals die Zukunft von heute, somit kannte er damals auch schon “pornografia” aber er hat sie definitiv nicht verboten. 

Alles was jetzt über Sexfilme in Zusammenhang mit der Septuaginta gesagt und geschrieben wird das wurde von den modernen Pharisäern hinzugefügt bzw. der Urtext wurde daraufhin vom Menschen erweitert welche zu schwach im Glauben sind und alles verbieten nur um wirklich sicher zu gehen. 

Zudem besteht für diese Pharisäer die Gefahr, in die Werksgerechtigkeit zu geraten, was mit dem Rückfall ins Gesetz einhergeht und dem damit verbundenen Ausschluss aus der Gnade. Weil das Gesetz nachweislich nur ein einziger Mensch je erfüllen konnte und das war Jesus und der Rest ging in die Irre, sofern er nicht in die Gnade gelangt ist.”

Auf unsere Antwort, dass es bei dem Video nur am Rande um griechische Wörter geht, stattdessen aber vielmehr um die eindringliche Warnung unseres Herrn aus Mt 5 nicht einmal in Gedanken sexuelle Ausschweifungen zu haben, schrieb die Person dann Folgendes:

“Ich verstehe bei Mt 5,28 unter der Aussage “eine Frau zu begehren” das Begehren, die Frau körperlich zu berühren, so wie es David mit seiner Nachbarin getan hat. Es wird niemand, der sich einen Sexfilm ansieht, die Pornodarstellerin auch wirklich körperlich begehren wollen. Damit meine ich das “Begehren”, das letztlich zum “Erkennen” einer Frau führt. …”

Wir machen mal kommentarlos weiter und kommen zu der Frage bzw. dem Einwand, der häufig zum Thema “Selbstbefriedigung” kommt:

blankblank“Was ist, wenn ich mich ohne Pornos selbstbefriedige? Dann trifft doch das alles nicht auf mich zu!”

Eine Gegenfrage dazu: “Wenn man verstanden hat, dass es unserem Herrn bei seiner Warnung darum geht, was in unserem Kopf stattfindet, was hat man denn für Gedanken und Bilder im Kopf, wenn man sich selbst befriedigt?”

Sind es nicht Erinnerungen an Intimitäten, die man selbst erlebt hat oder an Szenen aus Pornos, die man mal gesehen hat? Denn kaum einer wird ein Vakuum im Kopf haben oder an sein Hobby oder seine Arbeit denken, wenn er sich selbst befriedigt. Daher spielt es keine Rolle, ob man sich dabei Pornos ansieht oder nicht, denn es geht in der Warnung unseres Herrn um das, was in unserem Kopf bzw. eben in unseren Herzen stattfindet.

Der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle erwähnt, dass es eine einzige Ausnahme für das Ganze gibt. Es ist das Begehren der eigenen Ehefrau. Soll heißen, dass ja nicht geschrieben steht, dass Selbstbefriedigung per se eine Sünde ist. Nein, das steht tatsächlich nirgends. Das, was in den Gedanken vorgeht, also das Begehren einer Frau, die nicht die eigene ist, ist das Problem. Ergo bedeutet das im Umkehrschluss (wenn man es genau nimmt), dass das Begehren der eigenen Frau in Gedanken kein Problem darstellt. Logisch. Ob Selbstbefriedigung an sich etwas ist, was von unserem Gott, sagen wir mal, “vorgesehen ist” oder nicht, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Wir kommen zur nächsten Frage, die im Zusammenhang von Selbstbefriedigung, in dem Fall unter Brüdern, die Singles sind, oft gestellt wird:

blankblank“Geht das überhaupt ohne?
Kann ein Mann das schaffen?”

Ja, natürlich kann ein Mann das!
Und zwar nicht allein nur gläubige Männer, sondern prinzipiell jeder Mann. Sich bewusst von der Selbstbefriedigung und Pornos zu enthalten, hat sogar einen Namen bekommen: “NoFap”. In dieser, nennen wir es, “Community” berichten Männer (natürlich auch Frauen) davon, wie sie ihre Abstinenz erleben, was für Prozesse im Körper stattfinden, wie schwer oder leicht es ihnen fällt usw. Es benötigt also keine Wunder Gottes, sondern eine bewusste Willensentscheidung und dann natürlich auch Willenskraft. Dann geht das auch! Menschen “aus der Welt” beweisen uns das.

Hierzu könnte jetzt der Einwand kommen: “Ja, aber bei mir ist das alles anders. Diejenigen, die das schaffen, die haben nicht denselben ausgeprägten Trieb wie ich!”

Es ist so, dass wir Männer hin und wieder das Problem haben, uns schnell selbst zu überschätzen. In diesem Zusammenhang bedeutet das (und wir sagten ja, dass wir kein Blatt vor den Mund nehmen werden), dass es nicht wenige Männer gibt, die in ihren eigenen Augen so was wie Zuchtbullen sind, die man nicht zähmen kann. Daher – so das Argument – ginge das Ganze mit der Abstinenz zwar bei anderen, bei ihnen aber nicht, weil eben ihre Männlichkeit und der Sexualtrieb einfach zu stark ausgeprägt seien.

Solltest du diese oder ähnliche Gedanken haben, dann führe dir bitte vor Augen: Hier geht es nicht um irgendeinen Trieb (wie ausgeprägt dieser auch sein mag), sondern hier geht es einzig und allein um Sünde. Um nichts anderes. Und diese gilt es, zu bezwingen und zu überwinden. Männer aus der Welt schaffen das, dann können wir als gläubige Männer es durch Gottes Kraft erst recht schaffen. Auch du mit deinem Trieb. Es gibt genug Brüder, die das geschafft haben, dann kannst du es auch.

Was du aber nicht machen darfst, ist, die Sünde zu verharmlosen oder nach Schlupflöchern zu suchen. Lass das, denn es gibt keine Schlupflöcher! 

Was bedeutet das Ganze im Zusammenhang des Themas dieser Serie: “Gesundes Gemeindeleben”? Wie müssen wir in der Gemeinschaft mit dem Thema umgehen?

Apg 15,19-20 Darum urteile ich, dass man denjenigen aus den Heiden, die sich zu Gott bekehren, keine Lasten auflegen soll, sondern ihnen nur schreiben soll, sich von der Verunreinigung durch die Götzen, von der Unzucht, vom Erstickten und vom Blut zu enthalten. Denn Mose hat von alten Zeiten her in jeder Stadt solche, die ihn verkündigen, da er in den Synagogen an jedem Sabbat vorgelesen wird.

Wir gehen davon aus, dass das sog. Apostelkonzil jedem Torah-Haltenden bekannt ist. Falls nicht, in ganz kurz: Damals wurde durch die Apostel der Entschluss gefasst, dass diejenigen, die sich aus den Heiden neu zum Glauben bekehren, nicht alles aus dem Gesetz sofort umsetzen können. Das wäre – logischerweise – unrealistisch, da sie als Heiden die Gebote Gottes ja noch nicht kennen. Was aber laut den Aposteln nicht zu viel verlangt ist, ist es, sich sofort von den in den Versen genannten vier Dingen zu enthalten: von der Verunreinigung durch die Götzen, vom Erstickten, vom Blut und eben auch von der Unzucht! Diese Vier gilt es sofort und ohne Wenn und Aber zu unterlassen. Alles andere, also alle anderen Gebote Gottes, werden sie dann an jedem Sabbat lernen, wenn das Gesetz Mose vorgelesen wird.

So ist das natürlich auch für uns heute. Das heißt, auch wir lesen Woche für Woche aus der Torah und lernen dazu. Und natürlich müssen auch wir uns umgehend und ohne Wenn und Aber von diesen vier Dingen trennen, sonst kann man nicht Teil der Gemeinschaft sein und muss – anlehnend an den letzten Teil – vors Lager, bis man das Problem (in dem Fall) der Verunreinigung durch die Unzucht in den Griff bekommen hat.

Und zu dem, wie man das Problem in den Griff bekommen kann, möchten wir euch abschließend stichpunktartig ein paar Tipps geben:

  • Verharmlose die Sünde auf keinen Fall! Schwäche sie nicht ab, denn je mehr Dringlichkeit du dem Problem gibst, desto eher wirst du es überwinden können. Lies dir dazu bewusst die Warnung unseres Herrn aus Mt 5 durch!
  • Sprich mit deinen Brüdern darüber. Binde sie in deinen Kampf mit ein.
  • Bete. Betet gemeinsam.
  • Beobachte und prüfe dich, wann genau die schwachen Momente einsetzen und was genau alles die Auslöser bei dir sind. Genügen einzelne Bilder, gewisse Szenen in Filmen, bestimmte emotionale Zustände usw.? Prüfe und beobachte dich da ganz genau.
  • Nutze dann diese Infos, um diese Momente und Auslöser zu umgehen, ihnen vorzubeugen, Gedanken auszubremsen und dergleichen.
  • Und der letzte Tipp: Wenn der Moment dennoch ausgelöst werden sollte, kannst du ihn durchaus versuchen, mit deiner Willenskraft zu überwinden, aber im Grunde ist das dann ein wenig so, als würde man das Fleisch mit dem Fleisch bekämpfen. Das klingt jetzt negativer als es ist, denn durchaus hat uns Gott Willenskraft geschenkt, die wir nutzen dürfen und sollen. Was wir damit meinen, ist, dass man in diesen Momenten des Fleisches mehr zu geistlichen Hilfsmitteln greifen sollte. Das heißt, wenn der schwache Moment einsetzt, nimm eine Bibel in die Hand und lies einfach drauf los oder gehe auf die Knie und bete; rufe einen Bruder deines Vertrauens an und komme auf andere Gedanken; oder nimm die vielleicht in Anführungszeichen “einfachste Variante”: Mach dir anstatt eines Videos deine Lieblinglobpreis-Musik an und singe mit.

In kurz: Bekämpfe das Fleisch mit geistlichen Mitteln.