Fleischliches gegen geistliches Auge
Im Laufe dieser Serie sind wir immer wieder auf die Gegenüberstellung zwischen Fleisch und Geist zu sprechen gekommen. Da dann aber nicht zwingend immer nur auf den Kampf zwischen den beiden, sondern auch auf den Unterschied in der Beurteilung einer Situation. Zum leichteren Verständnis, was genau damit gemeint ist, direkt ein paar anschauliche Beispiele dazu:
- Das Gesetz Gottes: Die fleischliche Beurteilung des Gesetzes ist Knechtschaft, die geistliche erkennt im Gesetz Freiheit, Gerechtigkeit und Heiligkeit.
- Die Ehe: Das Fleisch sieht darin eine Ungerechtigkeit und Unterdrückung, der Geist darin Gottes Ordnung, Schutz und Liebe.
- Die Ermahnung: Das Fleisch will von Ermahnung und Zurechtweisungen nichts hören, der Geist lechzt danach, weil er weiß, dass es einem hilft, sich selbst zu erkennen und Gott wohlgefällig zu verändern.
- Auch hatten wir schon im letzten Teil (beim Block zum Thema “Was für uns anziehend sein sollte und was nicht?!”) passend zu diesem Gegensatz die Aussage:
“Je geistlicher man selbst wird, desto wichtiger werden einem bei der Partnersuche die geistlichen Eigenschaften der Person im Vergleich zu ihren fleischlichen werden. Durch diese Veränderung in uns wird dann ein potentieller Partner durch das, was er/sie in Christus ist, nicht fleischlich, sondern ‘geistlich attraktiv’ auf uns wirken.“
Das sind ein paar Beispiele dafür, wie man auf zweierlei Weise die verschiedensten Dinge beurteilen oder eben völlig unterschiedlich auf sie blicken kann. Da wir in diesem Zusammenhang von einer “Betrachtungsweise” oder eben einem unterschiedlichen “Blick auf etwas” sprechen, wollen wir im Folgenden diesen speziellen Gegensatz zwischen Fleisch und Geist kurz und knapp eben “fleischliches gegen geistliches Auge” nennen.
Auch hier wieder, ehe wir fortfahren, wie im letzten Teil eine wichtige Anmerkung, um eventuelle Missverständnisse vorzubeugen:
In diesem Block soll keineswegs (!) der Eindruck vermittelt werden, dass man bei der Partnerwahl dem Äußeren keinen Wert geben darf! Schönheit ist, wenn es um die Partnerwahl geht, so etwas wie das Normalste der Welt. Wir lesen auch in der Heiligen Schrift davon, wie Personen als “schön” bezeichnet werden. Wir lesen darin aber auch, was wahre Schönheit ist.
Und um die geht es. Es geht darum, was für uns als Männer Gottes überhaupt “schön”, genauer eben, was für uns “attraktiv”, also anziehend bei einer Schwester sein sollte.
Dazu direkt ein paar Beispiele:



Auch hier wieder, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, ist es offensichtlich, dass dem fleischlichen Auge die Frauen in rot sofort auffallen. Aber sollten diese Frauen auch “anziehend” auf uns als Männer Gottes wirken? Dass sie, je nach Geschmack, “schön” sind, steht außer Frage. Aber wie gesagt, darum geht es nicht. Es geht darum, wie wir als gläubige Männer das Ganze sehen sollten. Das heißt: Mit welchem Auge blicken wir auf die Frauen in rot? Mit einem fleischlichen Auge oder mit einem geistlichen?
Blicken wir mit einem geistlichen Auge drauf, dann sollte uns das eher abstoßen als anziehen.
Warum?
Wir hatten die beiden Stellen bereits im letzten Teil:
1Petr 3,3-4 Macht euch keine Sorgen um äußere Schönheit, die auf modischen Frisuren, teurem Schmuck oder schönen Kleidern beruht. Eure Schönheit soll von innen kommen – das ist die unvergängliche Schönheit eines sanften und stillen Geistes, der vor Gott sehr kostbar ist.
1Tim 2,9-10 Ebenso auch, dass die Frauen in ihrer Erscheinung Zurückhaltung üben, indem sie sich anständig kleiden und nicht durch ihre Frisur oder durch Gold, Perlen oder kostbare Kleider die Aufmerksamkeit auf sich lenken. Denn Frauen, die Gott fürchten, sollen dadurch anziehend wirken, dass sie Gutes tun.
Ob die Frauen in rot (die übrigens dieselben sind, wie die in blau) sanften und stillen Geistes sind, Gott fürchten oder Gutes tun, weiß man nicht. Aber was man sich fragen und sicherlich gleichzeitig auch direkt selbst beantworten kann, ist:
- Ist ihnen ihre äußere Schönheit, ihre Frisur und ihre Kleidung wichtig?
- Sind sie in ihrem Auftreten zurückhaltend?
- Sind sie anständig gekleidet?
- Lenken sie Aufmerksamkeit auf sich?
…
Auch hier mag jetzt vielleicht jemand einwenden: “Eine schöne Frau lenkt immer Aufmerksamkeit auf sich. Das geht gar nicht anders!”
Ja, das mag sein, aber die Frage ist auch hier, ob sie sich obendrein noch zur Schau stellen muss? Oder anders gefragt: Ist sie mit ihrer Schönheit zurückhaltend, wie auf der rechten Seite oder präsentiert sie sich zusätzlich, wie auf der linken Seite? Ist sie auffällig und aufreizend oder sittsam und zurückhaltend?
…
Wenn wir vom fleischlichen und geistlichen Auge reden, ist ein weiterer Punkt – im Zusammenhang davon, wie wir als Männer Gottes eine Frau wahrnehmen sollten – enorm wichtig:
Es gibt das generelle Äußere, sprich das, was man sieht und worüber wir gerade gesprochen haben. Dann gibt es aber auch das Verhalten und das Auftreten einer Frau.
Sowohl Petrus als auch Paulus gehen darauf ein, indem sie zum Beispiel von Gottesfurcht oder von einem sanften und stillen Geist reden, der vor Gott sehr kostbar ist. Und wie beim Teil zu den Singles gesagt: Was unserem Gott kostbar, sogar sehr kostbar ist, sollte es auch für uns sein!
Diese Tatsache ganz praktisch auf unser Beispiel hier angewandt könnte so aussehen: Man stelle sich eine der Frauen in blau vor, wie sie zum ersten Mal in eine Gemeinde kommt. Ihr Äußeres mag zurückhaltend und gottesfürchtig sein, aber dann zeigt sich, dass sie in der Gemeinschaft ständig das Wort ergreift, laut ist und sich über den einen oder anderen Punkt aufregt. Sie mag, wie gesagt, äußerlich zwar zurückhaltend wirken, aber wenn sie schlussendlich durch ihre Art dann doch die Aufmerksamkeit auf sich lenkt und alles andere als sanft ist, dann sollte das – genauso wie das Äußere der Damen in rot – nicht attraktiv, nicht anziehend auf uns wirken. Das genaue Gegenteil sollte passieren!
Am Ende kann man so oder so sagen, dass man sowohl von den Frauen in rot als auch von denen in blau nur ihr Äußeres sieht. Und um das geht es nicht. Erfüllen die Damen in blau in ihrer Erscheinung mehr das, wovon die Heilige Schrift redet, wenn es um Zurückhaltung und Sittsamkeit geht? Auf jeden Fall, aber eben erst einmal nur äußerlich. Worauf es ankommt, sind, wie wir alle wissen, die sog. inneren Werte – sowohl die charakterlichen als auch die geistlichen. Das ist die unvergängliche Schönheit, die vor Gott sehr kostbar ist. Und so sollte es eben auch bei uns sein!

Und das wird es auch, wenn wir auf Frauen immer weniger mit einem fleischlichen, stattdessen immer mehr mit einem geistlichen Auge blicken!
…
Jetzt kann es sein, dass der eine oder andere Bruder zu all dem hier Gesagten keinen richtigen Zugang findet und das Ganze nicht richtig nachvollziehen kann. Trotz der Verse, die eine eindeutige Sprache sprechen. Sollte das bei dir der Fall sein, dann lass dir sagen, lieber Bruder: Gib dir selbst Zeit! Diese Veränderung bzw. Veränderungen sind (so wie bei jeder anderen Veränderung auch, die nicht durch ein Wunder von einem Moment zum anderen geschieht) ein andauernder und fortlaufender Prozess. Veränderung braucht Zeit bis all der Sauerteig, all die Prägung der Welt, all die Jahre, in denen Bilder uns manipuliert und programmiert haben, durch göttliche Werte und Wahrheiten ersetzt werden. Oder im Zusammenhang der Überschrift formuliert:
Es benötigt Zeit bis das fleischliche Auge, das begierig auf Frauen blickt,
in ein geistliches Auge verwandelt wird,
dass die wahre Schönheit einer Frau Gottes in anderen Dingen sucht.
Eph 4,17-24 Ich will vor Gott bezeugen, dass ihr nicht mehr leben sollt wie Menschen, die Gott nicht kennen und deren Denken ohne Sinn und Ziel ist. … Gleichgültig überlassen sie sich ganz ihren ausschweifenden Leidenschaften und suchen gierig nach jeder Art von Verlockung. Doch ihr habt das Wesen von Christus anders erlernt. Ihr habt von ihm gehört und kennt die Wahrheit, die in ihm ist. Deshalb sollt ihr euer altes Wesen und eure frühere Lebensweise ablegen, die verdorben war und euch durch trügerische Leidenschaften zugrunde richtete. Lasst euch stattdessen einen neuen Geist und ein verändertes Denken geben. Als neue Menschen, geschaffen nach dem Ebenbild Gottes und zur Gerechtigkeit, Heiligkeit und Wahrheit berufen, sollt ihr ein neues Wesen annehmen.
Denn …
1Kor 2,14 Der natürliche Mensch nimmt nicht an, was vom Geist Gottes ist. Es ist ihm eine Torheit und er kann es nicht erkennen, denn es muss geistlich beurteilt werden.
