Brüder an Brüder

Mannesreife

Alle bisher besprochenen Punkte hatten, ohne dass es explizit erwähnt wurde, mit diesem Block hier zu tun. Soll heißen, … 

  • sich von Unzucht zu enthalten und sich selbst und seinen Trieb zu beherrschen,
  • sich Gott wohlgefällig zu kleiden,
  • sich selbst in dem zu erkennen, warum man trainiert,
  • auf sein Äußeres auf Gott wohlgefällige Weise Wert zu legen,
  • seine Zeit mehr für Gott als für sich einzusetzen,
  • und vor allem alles nicht mehr fleischlich, sondern geistlich zu sehen und zu beurteilen,

benötigt göttliche Mannesreife.

Das sind natürlich nicht die einzigen Punkte, die Mannesreife benötigen. An einem verlängerten Wochenende haben wir uns mit ca. 25 Brüdern unter dem Motto: “In Mannesreife eins sein” getroffen und uns über dieses Thema ausgiebig ausgetauscht. Dabei haben wir dann auch eine Umfrage gemacht, bei der jeder für sich die typischsten Merkmale eines reifen und eines unreifen Mannes aufschreiben sollte.

Die am häufigsten genannten Eigenschaften eines reifen Mannes waren:

  • verantwortungsbewusst sein
  • göttliche Liebe leben
  • zuverlässig sein
  • seine Zunge im Griff haben

Die häufigsten genannten Eigenschaften eines unreifen Mannes waren wiederum:

  • rebellische Haltung gegenüber Ordnungen
  • verantwortungslos sein
  • seine fleischlichen Gelüste nicht im Griff haben
  • stolz sein
  • egozentrisches Wesen haben

… und die am häufigsten genannte Eigenschaft eines unreifen Mannes war (was uns sehr erfreut hat):

  • mangelnde Selbsterkenntnis zu haben

Warum ist das so erfreulich?

Weil es ohne Selbsterkenntnis dazu kommen kann, dass man stolz, rebellisch, verantwortungslos, egozentrisch ist (oder eben andere Eigenschaften eines unreifen Mannes hat), man davon aber nichts mitbekommt. Das heißt:

Auch bei diesem Thema kann man erkennen blank(wie wir es im Laufe dieser Serie so oft erkennen konnten), dass auch bei der Mannesreife das Maß unserer Selbsterkenntnis absolut entscheidend ist!

Das heißt: Möchte ein Mann sich verändern und reifer werden, braucht er unbedingt die Erkenntnis über sich selbst, das eigene Handeln und Denken, die innere Gefühlswelt, wie die Vergangenheit einen für das Hier und Jetzt geprägt hat und vieles, vieles mehr; sprich er muss wissen, was für ein Mann er selbst eigentlich ist. Auch die Selbsterkenntnis darüber, wie und auf welche Arten und Weisen er sich selbst betrügt, kann und wird enorm hilfreich dabei sein, reifer zu werden!

Und wer einem noch bei alledem helfen kann, ist – mal wieder – die Gemeinschaft. Genauer: die Brüderschaft. Und da dann vor allem die reiferen Brüder. Sie können unterstützend begleiten, für persönliche Gespräche da sein, immer wieder einen neutralen Blick von außen geben und (wenn es sein muss) auch einen liebevollen Tritt in den Hintern verteilen. Und natürlich und vor allem: Fürbitte für einen tun!

Sollte es dich also betreffen und du möchtest an Reife zunehmen, dann suche dir Brüder in deiner Gemeinschaft, die dir dabei helfen können. Gehe aktiv auf sie zu und rede über dein Vorhaben und deine genauen Baustellen und Ziele. Es wird keinen Bruder geben, der dir die Hilfe verwehren wird.
Und während des Prozesses kannst auch du ihm helfen, indem du ihm Feedback gibst, wie seine Hilfestellungen bei dir ankommen, sodass er daraus lernen kann, zukünftig anderen auf noch bessere und reifere Weise behilflich zu sein. Denn, wie du seit dem zweiten Teil weißt, sind wir alle Lernende – egal wie reif der eine oder andere schon sein mag.

Abschließend zu diesem Block eine Ermahnung von Paulus, die einige der hier und in den Teilen zuvor erwähnten Punkte perfekt zusammenfasst:

Eph 4
So ermahne ich euch nun, ich, der Gebundene im Herrn, dass ihr der Berufung würdig wandelt, zu der ihr berufen worden seid, indem ihr mit aller Demut und Sanftmut, mit Langmut einander in Liebe ertragt und eifrig bemüht seid, die Einheit des Geistes zu bewahren durch das Band des Friedens: Ein Leib und ein Geist … Jedem Einzelnen von uns aber ist die Gnade gegeben nach dem Maß der Gabe des Christus. … Und Er hat etliche als Apostel eingesetzt, etliche als Propheten, etliche als Evangelisten, etliche als Hirten und Lehrer, zur Zurüstung der Heiligen, für das Werk des Dienstes, für die Erbauung des Leibes des Christus, bis wir alle zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen, zur vollkommenen Mannesreife, zum Maß der vollen Größe des Christus; damit wir nicht mehr Unreife seien, hin- und hergeworfen und umhergetrieben von jedem Wind der Lehre durch das trügerische Spiel der Menschen, durch die Schlauheit, mit der sie zum Irrtum verführen, sondern, wahrhaftig in der Liebe, heranwachsen in allen Stücken zu ihm hin, der das Haupt ist, der Christus.