Mt 5,19-Serie (2Mo 27,20-30,10) – Die Hütte Gottes bei den Menschen (Teil 2)

Die wichtigsten Gegenstände in der Hütte Gottes

Im Folgenden werden die einzelnen Punkte kurz und knapp erläutert; d.h. es wird keine in die Tiefe gehende Auslegung erfolgen, sondern die Heilige Schrift selbst wird uns anhand der Gegenstände, Materialien & Co. über das Himmlische aufklären und uns aufzeigen, worum es bei diesem irdischen Abbild geht. Gerne kann und sollte sich dann ein jeder von uns Gedanken darüber machen und es ins Gebet nehmen, was das ganz praktisch in unserem Glaubensleben für uns bedeutet.

  • Wir beginnen mit dem Herzstück der Hütte, der Lade des Bundes:
    (siehe 2Mo 25,10-22; 37,1-9)

Hebr 4,14-16 Da wir nun einen großen Hohenpriester haben, der die Himmel durchschritten hat, Jesus, den Sohn Gottes, so lasst uns festhalten an dem Bekenntnis! Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der kein Mitleid haben könnte mit unseren Schwachheiten, sondern einen, der in allem versucht worden ist in ähnlicher Weise wie wir, doch ohne Sünde. So lasst uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zum Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit erlangen und Gnade finden zu rechtzeitiger Hilfe! [SLT]

Hier wird uns kurz und knapp aufgezeigt, wie die irdische Lade des Bundes ein Abbild des Thrones Gottes ist. So ähnlich wie es uns in der letzten Portion folgende Gegenüberstellung aufgezeigt hatte:

 

 

 

 

  • Der nächste Gegenstand, der uns gezeigt wird, ist der Tisch, auf dem die zwölf Brote des Angesichts sind (vielen auch als “Schaubrote” bekannt):
    (siehe 2Mo 25,23-30; 37,10-16, 3Mo 24,5-9)

Lk 22,29-30 Und so übergebe ich euch ein Königtum, wie es mir mein Vater übergeben hat, sodass ihr an meinem Tisch in meinem Reich essen und trinken und auf Thronen sitzen sollt, um die zwölf Stämme Israels zu richten. [SLT]

Weitere Verse, die beim Verständnis des Tisches und der Brote helfen können:

5Mo 8,3 Und er demütigte dich und ließ dich hungern; und er speiste dich mit dem Man, das du nicht kanntest und das deine Väter nicht kannten, um dir kundzutun, dass der Mensch nicht von Brot allein lebt, sondern dass der Mensch von allem lebt, was aus dem Mund des HERRN hervorgeht. [CSV]

Joh 6,35 Jesus aber sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens. … [SLT]

  • Diesem Tisch gegenüber steht der Leuchter, der v.a. folgende Besonderheiten hat: Der mittlere Schaft trägt die Arme, die an den Seiten, sagen wir, eingepfropft sind. Der ganze Leuchter ist aus einem Stück, d.h. alles an ihm ist eins.
    (siehe 2Mo 25,31-40; 37,17-24)

1Kor 12,12 Denn gleichwie der Leib einer ist und doch viele Glieder hat, alle Glieder des einen Leibes aber, obwohl es viele sind, als Leib eins sind, so auch der Christus. [SLT]

Röm 12,5 So sind auch wir, die vielen, ein Leib in Christus, und als einzelne untereinander Glieder; [SLT]

Dieser Leuchter, der aus mehreren Teilen besteht, aber dennoch eins ist, hat natürlich eine Aufgabe: Klar, er muss leuchten. Und er darf nie ausgehen:

Mt 5,16 So soll euer Licht leuchten vor den Leuten, dass sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen. [SLT]

Kurz noch zu den mandelblütenförmigen Kelchen des Leuchters. Im Hebräischen wird das Wort für “Mandel” und das Wort für “wachsam sein” auf dieselbe Weise geschrieben. Daher steht die Mandel bzw. der Mandelbaum für Wachsamkeit:

Jer 1,11 Und das Wort des HERRN erging an mich, indem er sprach: Was siehst du, Jeremia? Und ich sprach: Ich sehe einen Mandelstab. [CSV]

Kurz die Fußnote aus der Elberfelder CSV dazu: “Der Mandelbaum, der vor allen anderen Bäumen zu blühen beginnt, heißt im Hebr.: Der Wachsame.”
Der nächste Vers aus Jeremia 1 bestätigt diese Fußnote wie folgt:

Jer 1,12 Und der HERR sprach zu mir: Du hast recht gesehen; denn ich werde über mein Wort wachen, es auszuführen. [CSV]

Da, wie wir klar sehen konnten, der Leuchter für die Gemeinde, für das Volk Gottes Israel steht, ist es nicht weiter verwunderlich, dass wir immer und immer wieder zur Wachsamkeit aufgefordert werden:

Mt 26,41 Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung kommt! Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach. [SLT]

Mk 13,37 Was ich aber euch sage, das sage ich allen: Wacht! [SLT]

1Kor 16,13 Wacht, steht fest im Glauben, seid mannhaft, seid stark! [SLT]

  • Man erkennt schnell die nicht gerade unwichtigen Zusammenhänge. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass dieser Leuchter nur beständig (also immer andauernd) leuchten kann, wenn das reine Öl in ihm ist (siehe 2Mo 27,20-21, 3Mo 24,1-4). Des Weiteren wird alles in der Wohnung, als auch die Priester, mit dem heiligen Salböl gesalbt (siehe 2Mo 30,22-33, 40,9-16).

Auch hier gibt es im Hebräischen einen wichtigen Zusammenhang: “salben” und “Christus” – also “Messias” – hängen dem Worte nach miteinander zusammen. Zu diesen Punkten aus Öl, Salbung usw. nun ein paar Verse, die diese mit dem Geist Gottes in Verbindung bringen:

Jes 61,1 Der Geist des Herrn, HERRN, ist auf mir, weil der HERR mich gesalbt hat, den Sanftmütigen frohe Botschaft zu bringen, weil er mich gesandt hat, die zu verbinden, die zerbrochenen Herzens sind, Freiheit auszurufen den Gefangenen und Öffnung des Kerkers den Gebundenen; [CSV]

1Sam 16,13 Da nahm Samuel das Ölhorn und salbte ihn inmitten seiner Brüder. Und der Geist des HERRN  geriet über David von diesem Tag an und weiterhin… [CSV]

2Kor 1,21-22 Gott aber, der uns zusammen mit euch in Christus fest gegründet und uns gesalbt hat, er hat uns auch versiegelt und das Unterpfand des Geistes in unsere Herzen gegeben. [SLT]

Und wie bereits erwähnt soll diese heilige Salbung, dieser Geist Gottes, v.a. eines in uns bewirken:

Mt 5,1416 Ihr seid das Licht der Welt. Es kann eine Stadt, die auf einem Berg liegt, nicht verborgen bleiben. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter; so leuchtet es allen, die im Haus sind. So soll euer Licht leuchten vor den Leuten, dass sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen. [SLT]

  • Auf den Vorhang sind wir bereits im ersten Teil näher eingegangen. Daher hier nur ganz kurz: Das Wort “Vorhang” bedeutet im Hebräischen: “Das Scheidende“, weil es uns von der unmittelbaren Gegenwart unseres himmlischen Vaters scheidet:
    (siehe 2Mo 26,31-34; 36,35-36)

Mk 15,37-38 Jesus aber stieß einen lauten Schrei aus und verschied. Und der Vorhang im Tempel riss von oben bis unten entzwei. [SLT]

Hebr 10,19-20 Da wir nun, ihr Brüder, kraft des Blutes Jesu Freimütigkeit haben zum Eingang in das Heiligtum, den er uns eingeweiht hat als neuen und lebendigen Weg durch den Vorhang hindurch, das heißt, durch sein Fleisch; [SLT]

Das ist wohl das wichtigste geistliche Bild, welches uns durch die Hütte und dessen Aufbau gezeigt wird:
Durch seinen Sohn ist nun der Zugang zum Allmächtigen offen!

  • Dieser Zugang zu Gott beginnt aber eigentlich schon vorher, sprich beim Eingang zum Vorhof der Wohnung:
    (siehe 2Mo 27,9-19; 38,9-20)

Joh 10,7 Da sprach Jesus wiederum zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ich bin die Tür [Anm. der Schlachter 2000 zu diesem Wort: der Eingang bzw. Zugang] für die Schafe. [SLT]

Also um hinten in der Anwesenheit Gottes anzugelangen, muss man erst den Weg durch den gesamten Aufbau der Hütte gehen:

Joh 14,6 Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater als nur durch mich! [SLT]

  • Direkt nach dem man durch diesen Eingang eingetreten ist, sieht man den Opferaltar vor sich (siehe 2Mo 27,1-8; 38,1-7). So Gott schenkt, werden wir zu Beginn des dritten Buches Mose näher auf ihn und die Opfer eingehen. An dieser Stelle nur kurz ein paar Verse, die dieses vielleicht negativ behaftete Wort “Opfer” mit mehr geistlichem Inhalt füllen:

1Petr 2,5 so lasst auch ihr euch nun als lebendige Steine aufbauen, als ein geistliches Haus, als ein heiliges Priestertum, um geistliche Opfer darzubringen, die Gott wohlgefällig sind durch Jesus Christus. [SLT]

Röm 12,1 Ich ermahne euch nun, ihr Brüder, angesichts der Barmherzigkeit Gottes, dass ihr eure Leiber darbringt als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer: Das sei euer vernünftiger Gottesdienst! [SLT]

Phil 2,17 Wenn ich aber auch wie ein Trankopfer ausgegossen werden sollte über dem Opfer und dem priesterlichen Dienst eures Glaubens, so bin ich doch froh und freue mich mit euch allen; [SLT]

Phil 4,18 Ich habe alles und habe Überfluss; ich bin völlig versorgt, seitdem ich von Epaphroditus eure Gabe empfangen habe, einen lieblichen Wohlgeruch, ein angenehmes Opfer, Gott wohlgefällig. [SLT]

Eph 5,2 Und wandelt in der Liebe, gleichwie auch Christus uns geliebt und sich selbst für uns gegeben hat als Darbringung und Schlachtopfer, zu einem lieblichen Geruch für Gott. [SLT]

  • Hinter dem Opferalter befindet sich das Becken aus Kupfer, welches zur Waschung bzw. Reinigung dient (siehe 2Mo 30,17-21; 38,8; 40,30-32). Auch hierzu direkt ein paar Verse:

Tit 3,5 da hat er uns — nicht um der Werke der Gerechtigkeit willen, die wir getan hätten, sondern aufgrund seiner Barmherzigkeit — errettet durch die Waschung <od. das Bad> der Wiedergeburt und durch die Erneuerung des Heiligen Geistes. [SLT]

Eph 5,26 Er tat das, um sie zu heiligen, und reinigte sie dazu durch Gottes Wort wie durch ein Wasserbad. [NEÜ]

Hebr 10,22 so lasst uns [Gott] nahen mit wahrhaftigem Herzen … und am Leib gewaschen mit reinem Wasser. [SLT]

Ein nützlicher historischer Hinweis zum Kupfer:
In der damaligen Zeit dienten Kupferoberflächen als Spiegel; d.h. das Becken erfüllte gleich zwei Aufgaben: Reinigung und Selbstreflektion; d.h. im übertragenen Sinne, dass wir dort in unser Spiegelbild blicken und uns selbst überprüfen, ob wir uns selbst betrügen oder wahrhaftige Täter seiner Wahrheit sind:

Jak 1,22-24 Seid aber Täter des Wortes und nicht bloß Hörer, die sich selbst betrügen. Denn wer nur Hörer des Wortes ist und nicht Täter, der gleicht einem Mann, der sein natürliches Angesicht im Spiegel anschaut; er betrachtet sich und läuft davon und hat bald vergessen, wie er gestaltet war. [SLT]

  • In der Reihenfolge der Aufzählung fällt vor allem der Räucheraltar zusammen mit dem Räucherwerk aus der Reihe (siehe 2Mo 30,1-10.34-38; 37,25-29; 40,26-27). Diese werden erst am Ende von allen Geräten aufgeführt. Warum das so ist, werden wir uns, so Gott schenkt, im fünften und letzten Teil dieser Mini-Serie genauer ansehen. An dieser Stelle soll es genügen, dass die Heilige Schrift erneut genau Aufschluss darüber gibt, für was das Räuchern auf dem Räucheraltar steht:

Ps 141,2 Lass mein Gebet wie Räucherwerk gelten vor dir … [SLT]

Lk 1,9-10 da traf ihn nach dem Brauch des Priestertums das Los, dass er in den Tempel des Herrn gehen und räuchern sollte. Und die ganze Menge des Volkes betete draußen zur Stunde des Räucherns. [SLT]

Offb 5,8 Und als es das Buch nahm, fielen die vier lebendigen Wesen und die 24 Ältesten vor dem Lamm nieder, und sie hatten jeder eine Harfe und eine goldene Schale voll Räucherwerk; das sind die Gebete der Heiligen. [SLT]