Mt 5,19-Serie (3Mo 1,1-5,26) – Wie nahen wir uns Gott?

Grundsätzliches über die Opfer

Gott möchte etwas. Wir als Menschheit meist etwas anderes. Dadurch “zwingen” wir Gott regelrecht dazu, Dinge zu tun, die er nicht möchte. Was meinen wir mit “Gott zu etwas zwingen”?
Um nur kurz zwei anschauliche Beispiele zu nennen: Gott will nicht, dass Drangsal über diese Welt kommt, aber da wir nahezu unbelehrbar sind, zwingen wir ihn regelrecht dazu, sodass sie kommen muss. Denn anders werden wir nicht dazu lernen. Leider.
Das zweite Beispiel begegnet uns direkt zu Beginn der Heiligen Schrift. Gott wollte nicht, dass der erste Adam sündigt. Er tat es durch seinen freien Willen dennoch und dadurch musste der zweite Adam, unser Herr und Messias Jeschua (Jesus Christus) kommen und für die Aufrechterhaltung des Treueschwurs unseres himmlischen Vaters und für unsere Errettung den Kreuzestod erleiden.

Das heißt, egal ob wir in die Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft blicken, dürfen wir stets ein Prinzip in der Vorgehensweise Gottes mit uns Menschen erkennen:
Gott reagiert auf das, was wir getan haben, aber eigentlich nicht hätten tun dürfen. Aus unserem Fehlverhalten heraus zwingen wir ihn in seiner Liebe und Treue regelrecht dazu, Dinge zu tun, die er nicht tun will. Wie gesagt, das beste, anschaulichste und gleichzeitig traurigste Beispiel hierfür ist der Opfertod seines unschuldigen Sohnes.

Und genauso ist es auch mit den Tieropfern. Unschuldige Tiere müssen wegen unserer Schuld sterben, weil wir nicht das tun, was er uns befiehlt:

Jer 7,21-24 So spricht der HERR der Heerscharen, der Gott Israels: Bringt nur eure Brandopfer zu euren Schlachtopfern hinzu und esst Fleisch! Denn ich habe zu euren Vätern nichts gesagt und ihnen nichts befohlen in Bezug auf Brandopfer und Schlachtopfer an dem Tag, als ich sie aus dem Land Ägypten herausführte, sondern dieses Wort habe ich ihnen befohlen: Gehorcht meiner Stimme, so will ich euer Gott sein, und ihr sollt mein Volk sein; und wandelt auf dem ganzen Weg, den ich euch gebieten werde, damit es euch wohlergehe! Aber sie gehorchten nicht und neigten mir ihre Ohren nicht zu, sondern sie wandelten nach den Ratschlägen, nach dem Starrsinn ihres bösen Herzens, und sie wandten mir den Rücken zu und nicht das Angesicht. [SLT]

Nebst diesem grundsätzlichen Missverständnis aus “Ursache und Wirkung” (sprich unserem Fehlverhalten, das dann zu den Opfern führte) gibt es ein weiteres Problem, das meist emotionaler Natur ist und uns die Gebote Gottes nicht einfach so annehmen lässt, wie er sie befohlen hat: “Warum müssen die armen Tiere sterben?”

Ehe man hierauf antwortet, sollte man sich vorab erst einmal etwas Grundsätzliches zu diesem Thema fragen: “Esse ich Fleisch?”
Falls ja, sollte man kurz innehalten und seine Gedanken, ja vielleicht sogar seine Vorwürfe gegenüber diesen Geboten kurz überdenken. Denn wenn man an die Fleischtheke geht und sich schön fein säuberlich verpacktes Fleisch in den Einkaufswagen legt, sollte man sich vor Augen führen, dass dieses Fleisch nicht auf Bäumen wächst, sondern ein Tier – meist auf unwürdige Art und Weise – gehalten und getötet wurde. Ganz im Gegensatz dazu, wie die Tiere damals gehalten und geopfert wurden.

Das vorab kurz erwähnt zurück zu der Frage: “Warum müssen die armen Tiere sterben?”
Eine Antwort haben wir bereits gelesen: Weil wir nicht seiner Stimme gehorchen. Würden wir das tun, würde es zumindest einen großen Teil der Opfer nicht mehr benötigen. Allen voran die nicht, die aus unserer Sünde heraus entstehen. So war es z.B. auch bei der ersten Sünde; auch da musste ein Tier sterben, damit die sog. “Nacktheit” der Menschen bedeckt wurde:

1Mo 3,21 Und Gott der HERR machte Adam und seiner Frau Kleider aus Fell und bekleidete sie. [CSV]

Also finden wir auch hier das zuvor erwähnte Prinzip: Der Mensch tut etwas Falsches und Gott reagiert darauf.
Manchmal handelt der Allmächtige auch bei unseren Wünschen so; d.h. Gott lässt manchmal unsere falschen Wünsche zu, wie z.B. beim König Saul. Das Volk begehrte einen König. Und Gott ließ es zu:

1Sam 8,4-7 Da versammelten sich alle Ältesten von Israel und kamen zu Samuel nach Rama; und sie sprachen zu ihm: Siehe, du bist alt geworden, und deine Söhne wandeln nicht in deinen Wegen. Nun setze einen König über uns ein, dass er uns richte, gleich allen Nationen. Und das Wort war übel in den Augen Samuels, als sie sprachen: Gib uns einen König, dass er uns richte! Und Samuel betete zu dem HERRN. Und der HERR sprach zu Samuel: Höre auf die Stimme des Volkes in allem, was sie dir sagen; denn nicht dich haben sie verworfen, sondern mich haben sie verworfen, dass ich nicht König über sie sein soll. [CSV]

Was uns alle diese und viele andere Stellen zeigen sollen, ist: Nicht alles, was Gott uns befohlen hat, gefällt ihm. Aber, und das ist ganz wichtig dabei:
Alle seine Gebote sind vollkommen, denn sie sind perfekt auf unser gefallenes Wesen abgestimmt!

Gottes (nennen wir sie) Bestrafungen, v.a. die rund um die Opfer, dienen dazu, unser gefallenes Wesen durch Züchtigung zu verändern; in dem Fall, damit wir z.B. nicht leichtsinnig mit der Sünde umgehen, indem wir einfach sagen: “Ich gehe auf meine Knie, dann ist alles wieder gut.”.
(Zu gegebener Zeit werden wir näher auf diesen Punkt eingehen.)

Hier an dieser Stelle möchten wir v.a. einen Punkt unterstreichen, indem wir ihn wiederholen:

Alle seine Gebote sind perfekt auf unser gefallenes Wesen abgestimmt.

Und: Sie sind alle heilig, gerecht und gut:

Röm 7,12 So ist nun das Gesetz heilig, und das Gebot ist heilig, gerecht und gut. [SLT]

Es ist so ähnlich wie mit Eltern und ihren Kindern. Eltern reagieren auf das, was ihr Kind tut. Ihnen gefällt es nicht, ihre Kinder zu züchtigen, aber dennoch tun sie es. Warum? Weil sie sie lieben.

Ist unsere Züchtigung mit dem Liebesbeweis Gottes (durch seinen Sohn am Kreuz) beendet worden? Natürlich nicht. Im Gegenteil. Dadurch, dass wir jetzt Kinder Gottes sind, beginnt erst seine Züchtigung:

Hebr 12,5-6 … »Mein Sohn, achte nicht gering die Züchtigung des HERRN und verzage nicht, wenn du von ihm zurechtgewiesen wirst! Denn wen der HERR lieb hat, den züchtigt er, und er schlägt jeden Sohn, den er annimmt.« [SLT]