2Mo 21,1-24,18 – Bis Himmel und Erde vergehen …

3. Gottes Gebote sind keine toten Buchstaben!

Was wir mit dieser Überschrift meinen, möchten wir euch anhand von zwei Stellen zeigen. Zuerst der Vers aus dem Hebräerbrief:

Hebräer 4,12 Das Wort Gottes ist lebendig, es ist eine wirkende Macht. Es ist schärfer als das schärfste beidseitig geschliffene Schwert. So wie ein Schwert tief einschneidet, die Gelenke durchtrennt und das Mark der Knochen freilegt, so dringt das Wort Gottes ins Innerste von Seele und Geist. Es deckt die geheimen Wünsche und Gedanken des Menschenherzens auf und hält über sie Gericht.

Das ist einer der wichtigsten Verse der Bibel. Warum? Weil er sagt, dass das Wort Gottes aufdeckt, was tief in unseren Herzen verborgen ist.

Jetzt fragt ihr euch vielleicht: “Und was hat das mit der heutigen Portion zu tun?”

Sehr viel, denn gewisse Gebote hat unser allwissender Gott in seiner Weisheit als Prüfung für uns gegeben.

“Und was genau soll das bedeuten?”

Ihr könnt euch doch sicherlich noch an die vorletzte Portion erinnern. Dort hatten wir gelesen:

2. Mose 16,4 Da sprach der ALLMÄCHTIGE zu Mose: Siehe, ich will euch Brot vom Himmel regnen lassen; dann soll das Volk hinausgehen und täglich sammeln, was es braucht, damit ich es prüfe, ob es in meinem Gesetz wandeln wird oder nicht.

So etwas in der Art lesen wir auch in der heutigen Portion. Nicht ganz so offensichtlich, aber diese Prüfung ist dennoch da. Wir wollen euch das an einem Gebot Gottes zeigen:

2. Mose 23,4 Wenn du das Rind deines Feindes oder seinen Esel antriffst, der sich verlaufen hat, so sollst du ihm denselben auf jeden Fall wiederbringen.

Stellt euch zu diesem Vers vor, dass einer aus eurer Schule euch ständig ärgert und Lügen über euch erzählt. Eines Tages findet ihr sein Handy auf dem Schulhof. Ihr guckt euch um, seht, dass euch niemand beobachtet und ihr steckt das Handy ein.

©cunaplus – stock.adobe.com

Daheim angekommen, erzählt ihr euren Eltern davon. Eure Eltern sagen euch, dass ihr es zurückgeben müsst. Ihr seid damit aber mal so gar nicht einverstanden und denkt euch: “Man, endlich könnte ich es ihm mal heimzahlen und jetzt muss ich es zurückgeben.”

Dann fällt euch etwas ein. Eine geniale Idee. Da ihr alle fleißig die Heilige Schrift lest und eure Eltern euch immer sagen, dass ihr nach Gottes Wort leben sollt, fragt ihr sie: “Wo steht in Gottes Gesetz, dass ich ihm das Handy zurückgeben muss?”

Eure Eltern zeigen euch den Vers, den wir zuvor hatten:

2. Mose 23,4 Wenn du das Rind deines Feindes oder seinen Esel antriffst, der sich verlaufen hat, so sollst du ihm denselben auf jeden Fall wiederbringen.

Ihr lest das und wendet ein: “Aber da steht, dass ich nur das Rind oder den Esel wiederbringen muss. Aber da steht nix von ‘nem Handy!”

Seht ihr vielleicht jetzt, wie das Wort Gottes das, was in unseren Herzen verborgen ist, aufdeckt? Denn wenn man nicht gerade Rachegedanken gegenüber einem Schulkollegen hat, dann wird man sofort und sehr klar verstehen, dass dieses Gebot sich natürlich nicht nur auf den Esel oder das Rind allein beschränkt. Alles, was ich finde, bringe ich zurück. Logisch..

Auf diese Weise funktionieren nahezu alle göttlichen Gebote in seinem Gesetz. Deswegen ja auch die Überschrift zu diesem Lehrblock:
Gottes Gebote sind keine toten Buchstaben, sondern sie sind lebendig. Sie passen sich der Situation an. Soll heißen: Damals gab es noch keine Handys, aber heute schon. Dennoch können wir ein 3.500 Jahre altes Gebot auf uns heute anwenden und seine göttliche Gerechtigkeit auch heute noch befolgen. Natürlich nur, wenn wir es nicht als abgeschafft, sondern als ewiglich gültig und gerecht betrachten.

An dieser Stelle eine Rätselfrage für euch:
Wo in der letzten Portion gab es schon mal ein Gebot, das uns gezeigt hat, wie wir mit dem gefundenen Handy hätten umgehen müssen?

Wer auf das achte der Zehn Gebote getippt hat, der lag richtig:

2. Mose 20,15 Du sollst nicht stehlen!

In anderen Worten: Zwischen 2. Mose 20,15 und 2. Mose 23,4 besteht ein direkter Zusammenhang. Denn das Hab und Gut eines anderen zu behalten, obwohl man es zurückgeben könnte, ist wie stehlen, denn es gehört uns nicht.

Von solchen Zusammenhängen zwischen den Geboten, die wir in dieser Portion lesen und den Zehn Geboten, gibt es total viele. Man könnte auch sagen: Die Gebote in dieser Portion erklären uns viele der Zehn Gebote noch genauer. Es ist ungefähr so wie, wenn eure Eltern zu euch sagen würden: “Hab’ deine Geschwister lieb und sei gerecht zu ihnen.”

©Ana – stock.adobe.com

Ihr würdet verstehen, was das ungefähr bedeutet. Aber wie sich genau diese Liebe und Gerechtigkeit durch eure Worte und vor allem durch eure Taten auswirkt, das müsstet ihr noch alles lernen. Genauso ist es auch hier. Es muss uns näher erklärt werden.

Und jede Erklärung, also jedes Gebot, das uns die Liebe und Gerechtigkeit unseres Gottes besser verstehen lässt, hilft uns dabei, dass wir diese göttliche Liebe und Gerechtigkeit auch leben. Wie zu Beginn in der Prophezeiung gelesen: als ein Zeugnis für die anderen Menschen um uns herum.

5. Mose 4,6-8 Haltet euch an diese Gebote und befolgt sie; dann werden die anderen Völker sehen, wie weise und einsichtig ihr seid. … Und kein anderes großes Volk hat so gute Gebote und Rechtsbestimmungen wie die, die ich euch heute gebe. Und wo gibt es eine große Nation, die so gerechte Ordnungen und Vorschriften hätte wie dieses Gesetz, das ich euch heute vorlege.

Damit ihr von Kind auf diese göttliche Gerechtigkeit, Weisheit und Liebe in seinem Gesetz mehr und mehr erkennt, möchten wir euch zum Abschluss dazu eine wichtige Gemeinschaftskarte geben. Diese solltet ihr für die heutige als auch für jede noch bevorstehende Torah-Portion beachten:

Redet gemeinsam mit euren Eltern über die Gebote, die ihr in der Torah lest. Sucht Gottes vollkommene Gerechtigkeit in jedem einzelnen seiner Gebote. Guckt auch, welches der Zehn Gebote das jeweilige Gebot näher beschreibt. Guckt auch, welches der zwei größten Gebote (Liebe Gott und deinen Nächsten) es näher beschreibt.
Versteht ihr dabei das eine oder andere Gebot nicht ganz, dann betet zu Gott um Hilfe. Er wird euch erhören und euch helfen (Jakobus 1,5).

Auf diese Karte muss dann noch dieser Vers:

Psalm 119,34 Gib mir Verständnis, so will ich dein Gesetz bewahren und es befolgen von ganzem Herzen.

Wollt ihr das als Familie auch?

So, das waren also die drei kleinen Grundlagen zu den Geboten Gottes. Hier noch einmal alle drei im Überblick:

1. Gottes Gebote sind alle gerecht. Und natürlich immer noch gültig!
2. Wer seine Gerechtigkeit sucht, wird sie auch finden. In jedem Gebot!
3. Seine Gebote sind nicht tot, sondern lebendig. Sie sind Weisungen für unser aller Leben. Auch heute noch!

Natürlich gibt es neben diesen Dreien noch mehr Grundlagen. Aber es gibt – so Gott es uns schenkt – auch noch mehr TfK-Folgen, in denen wir das alles noch besprechen können. Also sagen wir: Bis demnächst, liebe Familien.

Eure Brüder und Schwestern in Christus