Wächter des Wortes – Wie prüft man Biblisches? – Teil 7: Unser bester Schutz

AUS DEM DRITTEN TEIL:

1. Wo genau in der Bibel sollten wir zuerst suchen?

Wie wir im ersten und zweiten Teil gelesen hatten, sollen wir uns alle vom Sauerteig der Welt in uns befreien.

1Kor 5,6-7 … Wisst ihr nicht, dass ein wenig Sauerteig den ganzen Teig durchsäuert? Fegt den alten Sauerteig aus, damit ihr ein neuer Teig seiet… [CSV]

Die Gefahr in unserer heutigen Zeit der Bequemlichkeit ist meist, dass ehe wir uns selbst auf die Suche nach einer Antwort zu einer biblischen Frage machen, wir meist zuerst fremde Bücher, Internetseiten, Youtube-Videos & Co. befragen. Dadurch besteht die Gefahr, dass wir uns nicht von falschen Verständnissen befreien, sondern uns vielleicht sogar obendrein noch neue Menschenlehre einhandeln.
Selbstverständlich, wie wir es immer wieder betonen, gilt das auch für unsere Inhalte. Niemand ist – logischerweise – vollkommen im Wort. Daher ist es mehr als ratsam, alles zu prüfen – nicht die eine Menschenlehre mit der anderen, sondern mit dem Wort Gottes selbst; d.h. nicht die eine Auslegung mit der anderen Auslegung abgleichen und eine vielleicht aus der Emotion heraus gefällte Entscheidung treffen, sondern beten und selbst das Wort Gottes aufschlagen und sich aufrichtig die Mühe machen. Denn je wichtiger die Entscheidung ist, um die es geht, desto eher sollte man das Angesicht Gottes und die Wahrheit in seinem Wort suchen. Kann man dabei selbst Fehler machen? Natürlich. Wird man sofort alles beantworten können? Wahrscheinlich nicht. Aber eines wird man dabei auf jeden Fall lernen: a) die Abhängigkeit von Gott und nicht von Menschen und b) man wird das Wort Gottes besser und besser verstehen lernen, weil man selbst nach der Wahrheit sucht. Und wer sucht, den belohnt Gott, indem er finden darf.

Sagen wir damit indirekt, dass man sich nicht mit anderen austauschen soll? Keineswegs! Zu diesem wichtigen Punkt werden wir später in dieser Serie noch kommen. Hier geht es erst einmal darum, dass sich unsere Denke und unsere grundsätzliche Einstellung und Herangehensweise ändern sollte, eigentlich muss; d.h. nicht faul sein und zum Nächstbesten rennen, Frage stellen, Antwort abholen, wenig bis gar nichts prüfen und gut ist’s, sondern selbst lesen und um Verständnis bitten. Wie gesagt: Nur wer sucht, der darf finden.

Und suchen tun wir eben v.a. vor dem Thron Gottes und in seinem Wort – dann bei unseren Brüdern und Schwestern. Aber für diese Reihenfolge sind wir meist zu faul und zu ungeduldig; denn diese Art der Wahrheitssuche ist mit Arbeit, Geduld, Fleiß und Mühe verbunden. Und das passt unserem gemütlichen Fleisch meist nicht. Aber diese fleischliche Gesinnung gilt es zu überwinden und mehr und mehr die Gesinnung eines Knechtes, d.h. eines Arbeiters für Gott, der in der Ausbildung ist, anzunehmen.

Dazu noch einmal die Eingangsfrage: Wo genau sollten wir zuerst eine Antwort suchen?

2Tim 3,16-17 Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes ganz zubereitet sei, zu jedem guten Werk völlig ausgerüstet. [SLT]

Auch wenn das vielleicht durch die christliche Prägung vieler von uns nicht so leicht anzunehmen sein mag, aber als Paulus diese Klarstellung niederschrieb, gab es noch kein NT. Er sprach einzig und allein vom sog. “Alten Testament”. Daher sollte unsere erste Anlaufstelle für die Beantwortung einer biblischen Frage nicht der hintere, sondern natürlich der vordere Teil der Heiligen Schrift sein. Sprich, wir sollten zuerst im AT, im Speziellen in der Weisung Gottes (seinem heiligen Gesetz) nach Antworten suchen, ehe wir “wild” in der Schrift ‘rumstochern und so auf teilweise sehr fragwürdige Ergebnisse kommen; u.a. weil wir den Ursprung unseres Glaubens und so den Gesamtzusammenhang der Bibel nicht kennen. Ein solch fragwürdiges Ergebnis wäre z.B. die Abschaffung des Gesetzes, die Ersetzung Israels oder der gefährlichste Sauerteig von allen: “Ich muss nur glauben, dann bin ich gerettet.”

Gleichzeitig sollte dieses: “Wir suchen zuerst in Gottes Gesetz nach Antworten.” nicht zu einem weiteren gefährlichen Verständnis führen, welches in den letzten Jahren verstärkt und teilweise unterbewusst bei Geschwistern aufkommt: “Ich halte ja jetzt das Gesetz, daher komme ich ganz sicher in das Königreich Gottes.”
Dieses Verständnis kommt unter anderem deswegen vermehrt auf, da viele von uns die Heilige Schrift nicht als Ganzes betrachten. Ganz so wie der, sagen wir mal, “Neutestamentarier” durch seinen Fokus auf das NT das Gesetz verwirft, so klammert bewusst oder unbewusst der “Gesetzeshalter” die Notwendigkeit aus, sich zu verändern, Christus nachzufolgen und Gott mit seinem ganzen Leben zu dienen, nur weil er jetzt den Buchstaben hält; der, wie wir wissen, ohne den Geist den Tod bringt. In kurz: Man hält zwar die Gebote, aber das große Ganze hinter den Geboten vergisst man mehr und mehr. Unser Meister hat in diesem Zusammenhang etwas gesagt:

Lk 11,42 Aber wehe euch Pharisäern! Denn ihr verzehntet die Minze und die Raute und alles Kraut und übergeht das Gericht und die Liebe Gottes. Diese Dinge aber hättet ihr tun und jene nicht lassen sollen. [CSV]

Mt 23,23 Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler! Denn ihr verzehntet die Minze und den Dill und den Kümmel und habt die wichtigeren Dinge des Gesetzes beiseite gelassen: das Gericht und die Barmherzigkeit und den Glauben. Diese aber hättet ihr tun und jene nicht lassen sollen. [CSV]

Ohne diese unserem Gott wohlgefälligen Werke, ohne diese wichtigeren Dinge des Gesetzes wird es für einen jeden von uns schwer, das Königreich zu erben, denn wir wissen ja:

Jak 2,24 So seht ihr nun, dass der Mensch durch Werke gerechtfertigt wird und nicht durch den Glauben allein. [SLT]

Oft ist es so, dass die meisten, wahrscheinlich sogar fast alle von uns, das NT besser kennen als das Fundament der Bibel: das heilige Gesetz Gottes. Daher fängt man bei der Suche nach Antworten oft hinten, anstatt vorne an. Oder wenn Fragen aufkommen, springen einem meist Verse aus dem NT anstatt aus dem Gesetz in den Sinn.

Das ist erst einmal nicht schlimm, solange man diese NT-Verse im Zusammenhang der gesamten Heiligen Schrift versteht. Und der Zusammenhang beginnt – wie bei jedem anderen Buch der Welt auch – nicht hinten, sondern logischerweise ganz am Anfang.
Die Apostel wussten das und daher lautet ihr Entschluss “für uns aus den Nationen zu Gott Bekehrten” im Konzil von Jerusalem vor rund 2.000 Jahren wie folgt:

Apg 15,19-21 Deshalb urteile ich, dass man denen, die sich von den Nationen zu Gott bekehren, keine Schwierigkeiten mache, sondern ihnen schreibe, dass sie sich enthalten von den Verunreinigungen der Götzen und von der Hurerei und vom Erstickten und vom Blut. Denn Mose hat von alten Zeiten her in jeder Stadt solche, die ihn predigen, da er an jedem Sabbat in den Synagogen gelesen wird. [CSV]

Da wir nicht zu denen gehören, die Gottes heiliges Gesetz verwerfen, verstehen wir diesen Entschluss der Apostel auch, der da lautet: Wir, die neu zum Glauben kommen, müssen uns sofort von vier Dingen enthalten. Den Rest der göttlichen Gebote lernen wir Sabbat für Sabbat (gerne auch Tag für Tag) aus den fünf Büchern Mose. Eigentlich ganz klar und einfach.

Wichtige Anmerkung, da man das soeben Gesagte (wenn auch mit Zitaten Untermauerte) leicht falsch verstehen kann:
All das soll natürlich nicht heißen, dass wir alles andere in der Bibel ausblenden sollen, im absoluten Gegenteil (!):
Wir sollten für jede Frage die Ganzheit der Heiligen Schrift betrachten, aber eben in der richtigen Reihenfolge; denn das Fundament der Lehre Gottes ist seine Weisung (sein heiliges und gerechtes Gesetz), die uns unser Herr und Meister Jeschua sowohl vorgelebt als auch gelehrt hat. So haben es dann, logischerweise auch, seine Apostel getan. Tun wir es ihnen nicht gleich und folgen nicht diesem Beispiel, wird das gelinde gesagt – wie in allen anderen Bereichen unseres Glaubenslebens auch – zu Problemen führen, die man vielleicht zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht erkennen kann; aber…

Jak 1,25 Anders der Mensch, der tief und anhaltend in das vollkommene Gesetz Gottes blickt, das uns frei macht. Er hört nicht nur hin, um es gleich wieder zu vergessen, sondern handelt danach. Freuen darf sich, wer das wirklich tut. [GNB]

Oder Paulus:

Röm 7,22 Denn ich habe Wohlgefallen an dem Gesetz Gottes nach dem inneren Menschen; [CSV]

Dort, in seinem heiligen Gesetz, finden wir alles, was wir für ein Gott wohlgefälliges Leben brauchen. Alle anderen Schriften sind selbstverständlich ebenfalls nützlich für uns – sehr sogar! Unter anderem deswegen, weil sie uns das Gesetz auslegen, besser und genauer erklären, uns praktische Anwendungen für die Umsetzung in unserem Leben und den Kern & Fokus des Gesetzes aufzeigen. Ohne sie würden wir nur noch mehr in der Dunkelheit der Verwirrung tappen.

Wir können hierzu ein Zeugnis geben: Bei uns hat es einige Zeit gebraucht, bis wir verstanden haben bzw. verstehen durften, welches Gewicht sein Gesetz innerhalb der Heiligen Schrift hat. Nichts in seinem Wort kommt dem gleich. Soll das irgendwie heißen, dass das Gesetz über der Erkenntnis des Sohnes Gottes und seines Opfertodes steht? Das sei ferne! Er, unser Messias, ist das Fundament von allem! Er ist das Wort!

Wir möchten nochmals betonen, damit man diesen Punkt ja nicht falsch versteht:
Alle Schrift ist wichtig, aber das Gesetz nimmt eben eine ganz besondere Stellung ein. Auch beim Erforschen seiner Wahrheit. Wer sagt das? Wie zuvor gelesen, Gott selbst:

Jes 42,21 Dem HERRN gefiel es um seiner Gerechtigkeit willen, das Gesetz groß und herrlich zu machen. [CSV]

Es gibt also zwei Dinge, die der Allmächtige um seiner eigenen Gerechtigkeit willen groß und herrlich gemacht hat: Sein gerechtes und heiliges Gesetz und seinen gerechten und heiligen Sohn. Diese beiden sind unmittelbar miteinander verbunden.

Beide bilden die Grundlage unseres Glaubens, wobei der Sohn Gottes der Eckstein von allem ist:

1Petr 2,6 Darum steht auch in der Schrift: »Siehe, ich lege in Zion einen auserwählten, kostbaren Eckstein, und wer an ihn glaubt, soll nicht zuschanden werden«. [SLT]

Wie bereits erwähnt: Auch bei uns hat das lange Zeit gedauert, bis wir die Wichtigkeit des Gesetzes in der Bibel verstehen durften. Einige von uns fühlten sich durch diese Hervorhebung sogar irgendwie angegriffen. Als würde man durch diese Aussage das Wort Gottes in seiner Gänze schmälern oder das NT als unwichtig erachten. Aber nichts liegt diesem Gedanken ferner!

Uns ist an dieser Stelle bewusst, dass – egal wie oft und wie eindringlich wir das wiederholen – es dennoch bei einigen so ankommen wird, als würden wir irgendetwas verwerfen, in seiner Wichtigkeit schmälern oder sonst etwas in dieser Richtung tun. Nichts liegt dem ferner! Was wir lediglich tun wollen, ist beim Verständnis der Heiligen Schrift einen wichtigen Hinweis geben, der enorm hilfreich sein kann.

Denn ohne das richtige Verständnis der fünf Bücher Mose kann man alles andere danach unmöglich richtig verstehen. Wir möchten das wiederholen: Es ist unmöglich, die Bibel ohne die Einsicht in sein Gesetz richtig zu verstehen.

Ps 119,34 Gib mir Einsicht, und ich will dein Gesetz bewahren und es halten von ganzem Herzen. [CSV]

Über den Sohn Gottes steht in einer Prophezeiung geschrieben:

Ps 40,8-9 Da sprach ich: Siehe, ich komme, in der Buchrolle steht von mir geschrieben; deinen Willen zu tun, mein Gott, begehre ich, und dein Gesetz ist in meinem Herzen. [CSV]

Die Bibel ist voll von diesen und ähnlichen Aussagen, die das absolute Alleinstellungsmerkmal des Gesetzes hervorheben. Unsere Aufgabe ist es nun, das anzunehmen, zu verinnerlichen und in unserem Leben auf die richtige Weise – durch den Geist Gottes bewirkt – lebendig werden zu lassen:

Ps 119,18.34 Öffne mir die Augen, damit ich sehe die Wunder in deinem Gesetz! … Gib mir Verständnis, so will ich dein Gesetz bewahren und es befolgen von ganzem Herzen. [SLT]

So Gott schenkt, werden wir zu diesem Punkt noch einen separaten Artikel schreiben, bei dem wir dann auch unsere Liste online stellen, bei der alle vermeintlich “neuen neu-testamentarischen Gebote” aufgelistet werden. Aktuell sind das über 900 Einträge. Zu jedem dieser Einträge bzw. Verse wird dann aufgezeigt werden, dass ihr Ursprung aus dem Gesetz Gottes – seiner Weisung für unser Leben – ist. Dasselbe wird dann auch für vermeintlich neue Gebote aus den Propheten-Büchern folgen (die selbstverständlich auch keine neuen Gebote beinhalten, sondern eben nur Auslegungen, Details und praktische Anwendungen der bereits zuvor geschriebenen Gebote Gottes aus seinem Gesetz sind). Durch diese Liste soll u.a. aufgezeigt werden, dass der Allmächtige seine Anweisung aus dem 5. Buch selbst auch nicht bricht:

5Mo 4,2 Ihr sollt nichts hinzutun zu dem Wort, das ich euch gebiete, und sollt nichts davon wegnehmen, damit ihr die Gebote des HERRN, eures Gottes, haltet, die ich euch gebiete. [CSV]

Warum soll man davon nichts wegnehmen und nichts hinzutun? Denn…

Ps 19,8 Das Gesetz des HERRN ist vollkommen[CSV]

Zum Abschluss dieses Abschnitts noch zwei Verse:

Ps 1,1-2 Wie glücklich ist ein Mensch, der sich nicht verführen lässt von denen, die Gottes Gebote missachten, der nicht dem Beispiel gewissenloser Sünder folgt und nicht zusammensitzt mit Leuten, denen nichts heilig ist. Wie glücklich ist ein Mensch, der Freude findet an den Weisungen des  HERRN, der Tag und Nacht in seinem Gesetz liest und darüber nachdenkt. [GNB]

Ps 119,99 Ich habe mehr gelernt als meine Lehrer, denn all mein Forschen fragt nach deiner Weisung. [GNB]