Wächter des Wortes – Wie prüft man Biblisches? – Teil 7: Unser bester Schutz

2. Nichts hinzufügen, nichts wegnehmen!

Nach diesem Rückblick auf die sechs Teile zuvor, nun der wichtige Punkt dieses siebten Teils. Direkt zum Einstieg ein paar Verse aus dem Wort Gottes, die uns schnell und deutlich aufzeigen, warum wir dem göttlichen Gesetz nichts hinzufügen und nichts daraus wegnehmen sollen:

Ps 19,8 Das Gesetz des HERRN ist vollkommen und erquickt die Seele; das Zeugnis des HERRN ist zuverlässig und macht weise den Einfältigen. [CSV]

Röm 7,12 So ist nun das Gesetz heilig, und das Gebot ist heilig, gerecht und gut. [SLT]

Ps 119,172 Deine Zusagen will ich besingen, denn alle deine Gebote sind ganz und gar gerecht. [NGÜ]

Die Betonung liegt auf “heilig, vollkommen und alle Gebote sind ganz und gar gerecht“. Nun die offensichtliche Frage: Wozu etwas Heiliges, Vollkommenes und ganz und gar Gerechtes verändern? Wozu dem etwas hinzufügen oder draus etwas wegnehmen, wenn es vollkommen ist? Oder stimmen diese Aussagen einfach nicht, weil sie von Paulus oder aus den Psalmen stammen? Das sei ferne! Natürlich sind sie wahr und natürlich ist das Gesetz vollkommen, heilig und ganz und gar gerecht, denn es stammt ja von einem heiligen, vollkommenen und ganz und gar gerechten Gott. Wie könnte es anders sein?

Falls man das irgendwie anders sieht und denkt, dass vielleicht doch das eine oder andere Gebot bzw. Verbot abgeschafft sei, der stelle sich bitte folgende Fragen:

1. Ist es möglich, dass unser allmächtiger Gott ganz genau weiß, warum er ein Ge- bzw. Verbot gibt – und dann sagt, dass sie auf tausend Geschlechter hin gültig sind?

2. Kann es sein, dass wenn man an sich selbst erkannt hat, dass man in gravierenden und grundsätzlichen Dingen bzgl. des Wortes Gottes falsch lag, dass man dann in anderen, kleineren Punkten auch noch falsch liegen könnte? Oder ist man jetzt, weil Gott einem die Augen bzgl. der Gültigkeit seines Gesetzes geöffnet hat, nun unfehlbar?

3. Erkennen wir die offensichtliche Parallele zwischen “einem Gebot auflösen” und “dem ganzen Gesetz auflösen”?

Zu dieser letzten Frage:

Mt 5,17 Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen sei, um das Gesetz oder die Propheten aufzulösen. Ich bin nicht gekommen, um aufzulösen, sondern um zu erfüllen! [SLT]

Wie wir wissen, werden diese klaren Worte im breiten Christentum am Ende so ausgelegt, dass er doch gekommen sei, das Gesetz aufzulösen. Und das obwohl der Sohn Gottes direkt zu Beginn klar davor warnt, dass wir genau das nicht meinen sollen; er ist nicht gekommen, um das Gesetz aufzulösen; aber dennoch werden seine Worte in der breiten Christenheit dann am Ende so ausgelegt, dass er genau das getan hat: Er hat das Gesetz aufgelöst – obwohl er betont, dass wir gerade das nicht meinen sollen, meinen es dennoch nahezu alle. Bizarr, aber so ist es. Warum? Weil gesagt wird, dass irgendwo später in der Bibel etwas anderes steht. An und für sich eine gute Vorgehensweise, alles mitzuberücksichtigen, aber mit welchem Ergebnis? Das Ergebnis ist offensichtlich: Die klaren Worte werden am Ende so hingestellt, dass er doch gekommen sei, um aufzulösen, obwohl er eindeutig und scharf betont, dass wir nicht meinen sollen, dass er gekommen sei, um das Gesetz aufzulösen.

Der nächste Vers, der alles nur noch noch deutlicher macht:

Mt 5,18 Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergangen sind, wird nicht ein Buchstabe noch ein einziges Strichlein vom Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist. [SLT]

Auch hier wird die klare Feststellung, dass nicht einmal ein Buchstabe noch ein einziges Strichlein vom Gesetz vergeht, so verdreht, dass es doch vergeht. Und dann nicht nur ein Strichlein, sondern gleich das ganze Gesetz.

Nun kommen wir ins Spiel, die wir sagen, dass das Gesetz noch gültig ist. Verdrehen vielleicht auch einige von uns diese Aussage? Zwar nicht, indem man das ganze Gesetz auflöst, aber doch das eine oder andere Gebot als abgeschafft oder – wie es oft formuliert wird – als “erfüllt” betrachtet. Obwohl doch auch hier klar geschrieben steht: Nicht ein Buchstabe noch ein einziges Strichlein vom Gesetz wird vergehen – und zwar so lange nicht, wie Himmel und Erde noch Bestand haben!

Objektiv betrachtet tun also viele, die glauben, dass das Gesetz noch gültig ist, im Prinzip genau dasselbe, wenn sie einzelne Gebote aus diesem göttlichen Gesetz als nicht mehr gültig erachten. Wir möchten das wiederholen, da es vielen von uns anscheinend nicht ganz klar ist: Man tut exakt dasselbe: Man nimmt die Worte unseres Herrn nicht so an, wie sie geschrieben stehen. Warum? Weil vermeintlich später irgendwo etwas Gegenteiliges gelehrt wurde. Auch da: Exakt genau so wie bei unseren Geschwistern, die das ganze Gesetz als abgeschafft lehren. Auch sie sagen: Später steht etwas geschrieben, was diese Aussage relativiert oder aufhebt. Daher bitten wir jeden unserer Brüder und Schwestern über diese, sagen wir mal, “unschöne Gemeinsamkeit” zwischen …

  • “das Gesetz gilt nicht mehr für uns” und dem
  • “dieses oder jenes Gebot gilt nicht mehr für uns” …

intensiv und innig nachzudenken und sich selbst zu fragen, ob man durch diese Denkweise nicht – wie jene auch – die Worte unseres Erlösers in seinem Mund verdreht?!

Die nächste klarstellende und warnende Aussage unseres Meisters zum Gesetz seines und unseres himmlischen Vaters:

Mt 5,19 Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und die Leute so lehrt, der wird der Kleinste genannt werden im Reich der Himmel; wer sie aber tut und lehrt, der wird groß genannt werden im Reich der Himmel. [SLT]

Lehren welche von uns, die das Gesetz halten, dass eines von den kleinsten Geboten aufgelöst sei? Oder dass eines dieser göttlichen Gebote – aus welchem Grund auch immer – nun nicht mehr so zu halten sei, wie es geschrieben steht? Haben die Apostel diese Worte unseres Erlösers vielleicht nicht ernst genommen und etwas anderes gelehrt oder verstehen wir vielleicht etwas an ihren Worten falsch? Wäre das möglich? Oder hat vielleicht unser Herr tatsächlich seine Worte zu einem späteren Zeitpunkt aufgehoben? Obwohl “später” doch nicht sein kann, da er doch explizit betont: “Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergangen sind, wird nicht ein Buchstabe noch ein einziges Strichlein vom Gesetz vergehen.“; aber vielleicht hat unser Herr das ja gar nicht so gemeint, wie er es sagte?

Wir möchten nicht sarkastisch klingen, aber das Verständnis, dass gewisse Gebote nicht mehr gültig seien, zieht genau solche und ähnliche Fragen mit sich, denn die warnenden Worte des Sohnes Gottes werden auf diese Weise völlig entkräftet. Anders ausgedrückt: Lehrt man, dass etwas vom göttlichen Gesetz vergangen, verändert oder in irgendeiner Art und Weise nicht mehr gültig sei – sei es das kleinste Gebot oder auch nur ein Strichlein – hebt man so nicht nur das jeweilige göttliche Gebot auf, sondern auch die klaren Worte unseres Erlösers. Dies sollte jedem klar sein, der so etwas tut!

Daher noch einmal die Frage: Kann es sein, dass wirklich alles vom Gesetz noch gültig ist, ganz genau so wie es unser Herr Jeschua in der Bergpredigt sagt? Kann es sein, dass das Gesetz Gottes tatsächlich vollkommen ist und keine Veränderung durch unsere ach so tolle Theologie nötig hat und alle Gebote darin tatsächlich ganz und gar gerecht sind (auch wenn wir das durch unsere gefallene Natur nicht bzw. noch nicht verstehen bzw. akzeptieren wollen)?

Darüber sollten wir genau nachdenken – und zwar ganz genau – ehe wir den Fehler der letzten zweitausend Jahre wiederholen und denken, dass auch nur das kleinste Gebot oder auch nur ein Strichlein vom Gesetz vergangen wäre.

Wie dann diese klaren und unmissverständlichen Worte unseres Erlösers mit den Briefen der Apostel oder ihren Ratschlüssen in Einklang gebracht werden, ist eine andere Sache und u.a. der Inhalt dieser Rubrik bzw. Webseite.

Hier an dieser Stelle geht es erst einmal nur darum, für sich selbst die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, dass alles, wirklich alles im Gesetz noch gültig ist, ganz genau so wie es das Wort Gottes selbst betont (auch wenn wir selbstverständlich aktuell nicht alles tun können, weil gewisse Rahmenbedingungen noch nicht gegeben sind)!


Ein wahrer Augenöffner

Hält man die Gültigkeit aller göttlichen Gebote für möglich und berücksichtigt das bei seinem Studium der Heiligen Schrift, dann wird man jedes Mal, wenn vermeintlich ein Gebot aufgelöst wird, sich immer fragen: “Moment, kann das überhaupt sein, dass dieses oder jenes Gebot aufgelöst ist, wenn mich doch mein Herr explizit davor gewarnt hat, dass nichts aufgelöst ist bis Himmel und Erde vergangen sind – weder das kleinste Gebot, noch ein einziges Strichlein? Kann es daher sein, dass ich etwas falsch verstehe, so wie ich vorher das mit der Gültigkeit des Gesetzes falsch verstanden hatte?!”

Öffnet man sich durch diese Frage der Möglichkeit, dass in der Tat noch alles gültig ist, beginnt das Wunder. Wir können es für uns aus eigener Erfahrung nicht anders sagen, als wie es ist: ein Wunder! Denn auf einmal muss man klare Aussagen, wie z.B. “ewig gültig”, “nichts aufgehoben”, “nicht das kleinste Strichlein oder Gebot vergeht bis Himmel und Erde vergehen” usw. nicht mehr verbiegen, sondern kann sie wirklich genau so annehmen, wie sie geschrieben stehen.

Öffnet man seinen Verstand und sein Herz für diese Möglichkeit, dann wird der Allmächtige durch seinen Geist zeigen, wie alles tatsächlich noch gültig ist. Ganz genauso wie er es vielen von uns gezeigt hat, dass sein heiliges Gesetz noch gültig ist:
Auch da setzten sich auf einmal die einzelnen Puzzlestücke zusammen und alles ergab nach und nach Sinn. Alles hängte nun miteinander zusammen. Die Bibel war kein zweigeteiltes Buch mehr, sondern eines, das von vorne bis hinten Sinn ergab.

Genauso ist es dann auch bei einzelnen Geboten, wenn man es denn für möglich erachtet, dass sie noch alle gültig sind:
Auch da setzen sich dann plötzlich Puzzlestücke zusammen und die Verse, die vermeintlich einzelne Gebote auflösen, erstrahlen auf einmal in einem ganz anderen Licht. Auch hier wieder ganz genauso wie bei der Gültigkeit des Gesetzes: Auf einmal kann man dann verstehen, dass wirklich alles noch gültig und nichts verändert oder vergangen ist – nicht einmal ein Strichlein.

Dahin – also auf den Gedanken und die Möglichkeit, dass in der Tat noch alles gültig sein könnte – kommt man aber nur, wenn man die zuvor gelesenen Verse zur Vollkommenheit und Unauflösbarkeit des Gesetzes auch wirklich so annimmt, wie sie geschrieben stehen. Tut man das und erachtet es in Demut für sich selbst möglich, dass noch weiterhin ein wenig “Sauerteig der Gesetzlosigkeit” in uns schlummern könnte, dann beginnt Gott mit dem Öffnen unserer Augen.

Ps 119,18 Öffne mir die Augen, damit ich sehe die Wunder in deinem Gesetz! [SLT]


Die leicht zu übersehende Sünde

Sollte das, was wir hier sagen, dir ein Anstoß sein, dann fokussiere dich bitte nicht auf unsere Worte, sondern fokussiere dich auf die klaren Verse, die zuvor genannt worden sind und nimm sie für dich ernst. Sehr ernst! Einer dieser Verse ist:

5Mo 4,2 Ihr sollt nichts hinzufügen zu dem Wort, das ich euch gebiete, und sollt auch nichts davon wegnehmen, damit ihr die Gebote des HERRN, eures Gottes, haltet, die ich euch gebiete. [SLT]

Würden wir etwas, wenn auch nur das kleinste Gebot, wegnehmen, dann würden wir sündigen. Auch unser Herr und Erlöser Jeschua (Jesus) hätte gesündigt, wenn er dies getan hätte. Logisch. Aber er hat es eben nicht. Er hat weder hinzugefügt, noch davon weggenommen. Weder vor der Kreuzigung, noch nach seiner Auferstehung!

In anderen Worten: Wenn das Gebot besagt, dass wir nicht morden sollen, dann ist Mord Sünde. Wenn da steht, dass wir nicht Götzen anbeten sollen und wir beten sie an, dann ist das Sünde. Exakt genauso ist es logischerweise mit dem Gebot, dass wir nichts hinzufügen oder wegnehmen sollen. Fügen wir (oder sonst wer) hinzu oder nehmen weg, dann sündigen wir. Ganz einfach und klar.

Daher in kurz: Wir sollten weder vom Gesetz wegnehmen (wie es leider v.a. das Christentum tut), noch dem Gesetz etwas hinzufügen (wie es leider v.a. das Judentum tut). Beides ist Sünde. So das Wort Gottes.

Tun wir aber das Gegenteil, also Befolgen dieses Verbot und fügen nichts hinzu und nehmen nichts davon weg, dann gibt es Segen. Wie? Indem uns dieses Verbot – mehr als alles andere – vor Menschenlehre schützt. Das ist ganz wichtig zu verstehen, daher noch einmal in anderen Worten:
Befolgen wir diese Anweisung, schützt es uns vor denjenigen Menschen und ihren Lehren, die uns weismachen wollen, dass etwas von Gottes vollkommenem Gesetz nicht mehr gültig sei. Genauso schützt es uns vor denjenigen Menschen, die ihre menschlichen Gebote dem Wort Gottes hinzufügen und sie uns als bindend aufzwingen wollen.

Damit das alles nicht geschieht, haben wir von unserem uns liebenden Vater einen göttlichen Schutz erhalten. In anderen Worten:

5Mo 4,2 bedeutet also ganz praktisch in unserem Leben angewandt:

Hören oder lesen wir irgendwo etwas von: “Dieses oder jenes Gebot wurde abgeändert bzw. ist neu.” oder: “Dieses oder jenes Gebot gilt nicht mehr für uns.”, dann sollten, viel mehr müssen bei uns die Alarmglocken angehen.
Warum? Ganz einfach: Weil diese Lehren klar und unmissverständlich den uns vor Irrlehre schützenden Worten aus 5Mo 4,2, als auch Mt 5,17-19 widersprechen.
Diese Tatsache müssen wir uns jedes Mal vor Augen führen, wenn wir mit einer derartigen Lehre konfrontiert werden!

5Mo 4,2 ist nicht nur ein Schutz vor äußerlichen Einflüssen, wie Menschenlehre, sondern dieses göttliche Schutzgebot hilft uns auch bei unserem Lesen, Forschen und Sinnen über sein Wort. Denn jedes Mal, wenn unserer persönlichen Ansicht nach irgendwo vermeintlich ein neues Gebot hinzukommt oder eines weggenommen wird, können wir uns die Frage stellen: Kann das laut 5Mo 4,2 überhaupt sein?


Das unveränderte Gesetz in unseren veränderten Herzen

Jer 31,33 … Ich werde mein Gesetz in ihr Inneres legen und werde es auf ihr Herz schreiben; und ich werde ihr Gott, und sie werden mein Volk sein. [CSV]

Dieses heilige, gerechte, gute und unveränderte Gesetz wird – sofern wir uns nicht dagegen verschließen – uns von innen heraus verändern, sodass das Wort Gottes in uns zur Fülle kommt. Ganz so wie es uns unser Herr vorgelebt hat. Und damit wir voll und ganz in seinen Fußstapfen wandeln und nicht durch menschliche Einflüsse vom Weg abgebracht werden, dienen uns 5Mo 4,2, Mt 5,17-19 usw. als Schutz.

Auch wenn der Gedanke, dass wirklich noch alle Gebote Gottes gültig sind, vielleicht für den einen oder anderen von uns herausfordernd sein mag, sollte man diese Möglichkeit erst einmal zulassen und schauen, welch göttlichen Segen es mit sich bringt, wenn man weder zur Rechten noch zur Linken vom heiligen Gesetz Gottes abweicht:

Jos 1,7-9 Sei sehr stark und mutig, dass du darauf achtest, zu tun nach dem ganzen Gesetz, das mein Knecht Mose dir geboten hat. Weiche weder zur Rechten noch zur Linken davon ab, damit es dir gelinge überall, wohin du gehst. Dieses Buch des Gesetzes soll nicht von deinem Mund weichen, und du sollst darüber nachsinnen Tag und Nacht, damit du darauf achtest, zu tun nach allem, was darin geschrieben ist; denn dann wirst du auf deinem Weg Erfolg haben, und dann wird es dir gelingen. Habe ich dir nicht geboten: Sei stark und mutig? Erschrick nicht und fürchte dich nicht! Denn der HERR, dein Gott, ist mit dir überall, wohin du gehst. [CSV]