3Mo 1,1-5,26 – Die Sache mit den Opfern

Wo keine Sünde, da keine Opfer

Total viel in unserem Glaubensleben hat damit zu tun, dass wir uns Gott voll und ganz unterwerfen und ihm voll und ganz vertrauen. Auch das Verständnis der Heiligen Schrift hat damit zu tun. Denn wir müssen uns immer die Frage stellen, wenn uns das eine oder andere Gebot seltsam vorkommt: Wie kann ein liebender Gott uns schlechte Gebote geben? Antwort: Kann er nicht. Alle seine Gebote sind, wie wir gelesen haben, heilig, gerecht und gut.

Was aber passieren kann, ist, dass Gott uns Gebote gibt, die er uns eigentlich gar nicht geben wollte. Wie zum Beispiel die Opfer. Damit ihr diese Aussage besser versteht, haben wir dazu gleich ein anschauliches Beispiel für euch:

Stellt euch vor, dass ein Kind etwas Schlimmes angestellt hat, obwohl die Eltern es davor gewarnt haben.

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Leider ist es nicht bei diesem einen Mal geblieben und das Kind hat diesen Fehler leider noch einige Male wiederholt. Jetzt müssen sich die Eltern eine härtere Strafe überlegen. Denn sie wollen ihrem Kind dabei helfen, damit es das nicht noch einmal macht. Sagen wir mal, dass sie sich in diesem Beispiel, weil draußen gutes Wetter ist, für Hausarrest entschieden haben.

Meint ihr, dass sich die Eltern freuen und dass sie Lust darauf haben, Hausarrest zu geben? Meint ihr, dass sie glücklich darüber sind, dass sie diese Strafe aussprechen müssen? Nein, natürlich sind sie das nicht. Sie würden sich vielmehr darüber freuen, wenn die Kinder gehorsam wären und diese Strafe nicht nötig wäre. Man könnte vereinfacht auch sagen: Kein Unsinn, kein Hausarrest.

Genau so ist es bei Gott, unseren Sünden und den Opfern. Er wollte sie uns nicht geben, aber er musste. Wir haben ihn sozusagen durch unsere Sünde dazu gezwungen. So wie in dem Beispiel die Eltern zu dem Hausarrest gezwungen wurden.

Wichtig für euch ist, dass ihr hier versteht: In beiden Fällen ist die Hoffnung da, dass man durch die Strafe dazulernt und es zukünftig besser macht. Weder die Eltern noch unser himmlischer Vater wollen diese Strafe für ihre Kinder. Den Beweis dazu lesen wir durch die Worte Gottes:

Jeremia 7,22-24 Als ich eure Vorfahren aus Ägypten führte, wollte ich keine Brandopfer und anderen Opfer von ihnen, sondern ich forderte: “Gehorcht mir, dann werde ich euer Gott sein und ihr werdet mein Volk sein. Tut, was ich euch sage, damit es euch gut geht!” Aber sie haben nicht gehorcht …

Erkennt ihr den Zusammenhang? Der Ungehorsam des Kindes führte in dem Beispiel zum Hausarrest. Und hier führt der Ungehorsam der Kinder Gottes zu den Opfern. Die Opfer sind also wie eine Art Strafe. Genauer und viel passender ist eher:

Die Opfer sind eine Züchtigungsmaßnahme Gottes für seine Kinder. Aus Liebe.

Ganz so wie auch die Strafen eurer Eltern eigentlich Züchtigungsmaßnahmen aus Liebe für euch sind.

Kurz noch etwas zum Wort “Züchtigung”, damit ihr besser versteht, was genau damit gemeint ist (Wörter der Bibel-Karte):

Wenn Gott straft, dann züchtigt er uns. Züchtigung bedeutet, dass er etwas tut, damit wir aus unseren Fehlern lernen und es zukünftig besser machen:

Hebräer 12,5-6 … Mein Sohn, achte nicht gering die Erziehung des ALLMÄCHTIGEN, und verliere den Mut nicht, wenn du von ihm gestraft wirst. Denn wen der ALLMÄCHTIGE liebt, den züchtigt er …

Ihr könnt euch sowohl bei euren Eltern als auch bei eurem himmlischen Vater sicher sein, dass sie keine Freude daran haben, euch zu züchtigen. Und das müssen sie auch nicht, wenn wir gehorsam sind. Daher lautet die Frage:

1. Samuel 15,22 »Was denkst du, worüber freut sich der ALLMÄCHTIGE mehr: über viele Brand- und Schlachtopfer oder über Gehorsam gegenüber seinen Weisungen? Ich sage dir eines: Gehorsam ist wichtiger als das Schlachten von Opfertieren. Es ist besser, auf den ALLMÄCHTIGEN zu hören, als ihm das beste Stück von den Opfern zu bringen.

Ihr seht also durch diesen Vers, warum dieser Lehrblock die Überschrift bekommen hat: Wo keine Sünde, da keine Opfer.