Jemand, den du gut kennst, sagt oder tut etwas, was perfekt in das Bild passt, das du von dieser Person hast. Dadurch wird in deinem Gehirn ein Prozess angestoßen (quasi ganz automatisch und ohne dass du dich dagegen wehren kannst), bei dem am Ende ein Gedanke herauskommt. Dieser Gedanke ist deine Vermutung, warum die Person das gesagt oder getan hat, was sie gesagt oder getan hat.
Dieser völlig alltägliche Vorgang (den man mal bewusst, mal weniger bewusst wahrnimmt) ist ein ganz normaler und natürlicher Prozess. Im Grunde auch ein sehr guter, weil diese Fähigkeit uns bei vielen zwischenmenschlichen Dingen hilft, wie z.B., dass die Erlebnisse und Erfahrungen, die wir mit einer Person gemacht haben, uns vor möglichen neuen negativen Erfahrungen schützen; oder genau das Gegenteil: Unsere Erfahrungen mit einer Person führen dazu, dass wir uns zusammen mit ihr vielmehr freuen können, weil wir schon viele schöne Erfahrungen in der Vergangenheit miteinander geteilt haben.
Es kann viele verschiedene Szenarien geben, wo uns diese gottgegebene Eigenschaft – die vergangenen Erfahrungen auf das aktuelle Geschehen anzuwenden – dienlich sein kann. Gleichzeitig kann uns diese Eigenschaft aber auch zu einem massiven Stolperstein und Fallstrick werden. Und zwar tagtäglich.
Wie? Das wollen wir uns jetzt etwas genauer anschauen …
