1Mo 12,1-17,27 – Versprochen ist versprochen

Wie wir in der letzten Portion gehört haben, ist die Menschheit nach der Sintflut und dem Turmbau zu Babel mittlerweile über die ganze Erde zerstreut. Unter all diesen zerstreuten Menschen sucht sich Gott erneut – wie zuvor mit Noah auch – einen einzelnen Mann aus, mit dem er seinen Rettungs- und Wiederherstellungsplan für die Menschheit weiterführen kann. Dieser Mann ist Abraham. Er ist sozusagen der Startschuss dafür, was ihr in den ersten beiden Folgen gelernt habt: nämlich, dass das Ziel der Schöpfung das ist, dass am Ende unser himmlischer Vater wieder mitten unter seinen Kindern sein kann. Wie? Das werden wir noch sehen.

Hier können wir schon einmal vorab sagen, dass das alles mit Abraham beginnt und wir von ihm sehr, sehr viel lernen können. Denn er ist – wie es die Bibel sagt – der Vater unseres Glaubens und unser Urgroßvater, der vor ungefähr 4.000 Jahren gelebt hat. Mit ihm begann unsere Familiengeschichte.

Aber ehe wir zu viel verraten, erst einmal der erste Vers dieser Portion:

1. Mose 12,1 Und der ALLMÄCHTIGE sprach zu Abram: Geh aus deinem Land und aus deiner Verwandtschaft und aus dem Haus deines Vaters in das Land, das ich dir zeigen werde! 

(Für Gott sein Leben hinter sich lassen)

Die Erzählung Abrahams – der damals noch Abram hieß – beginnt also mit einer Entscheidung: nämlich, ob er darauf hört, was Gott von ihm verlangt hat oder nicht. Diese Art der Entscheidung, also ob man Gott gehorcht oder nicht, mussten auch andere vor ihm schon treffen. Denn Gott prüfte direkt zu Beginn Adam und Eva durch die beiden Bäume. Dann prüfte er Noah mit dem Bau der Arche. Und hier prüft er Abraham mit dem Verlassen seiner Heimat.

Auf diesen spannenden Punkt, dass Gott uns prüft, werden wir im nächsten Teil noch näher eingehen.

Hier machen wir erst einmal damit weiter, dass Gott zu Abraham sagte, dass er das Land, in dem er lebte, verlassen und in ein völlig fremdes Land ziehen soll. So ähnlich haben wir es auch schon in der letzten Portion mit Noah gehabt. Er bekam den Auftrag, ein Schiff zu bauen. Noah glaubte Gott und baute dieses Schiff. Er vertraute auf seinen Schöpfer, ohne wirklich alle Antworten und alle Zeitpunkte zu kennen. 

Und hier machte es Abraham genauso. Er tat einfach das, was Gott ihm sagte und verließ sein Land. Dann unterwegs erschien ihm der ALLMÄCHTIGE und sprach zu ihm: …

1. Mose 12,7 Da erschien der ALLMÄCHTIGE dem Abram und sprach: Deinen Nachkommen will ich dieses Land geben! …

Diesem Versprechen Gottes, ihm ein Land – nämlich das Land Kanaan – zu schenken, glaubte Abraham voll und ganz, sodass er mit seiner Familie losmarschierte.

(Abrahams eigener Weg)

Aber, obwohl sein Glaube sehr stark war, hatte er – wie jeder andere Mensch auch – Fehler gemacht. Ein Beispiel dazu: Als es in Kanaan zu einer großen Hungersnot kam, entschied sich Abraham, den Ort, den Gott für ihn erwählt hatte, zu verlassen.

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Er entschied selbst, was das richtige für sein Leben war und verließ das verheißene Land, ohne nach Gottes Willen zu fragen. Sehr wahrscheinlich hatte er sich das Ganze anders vorgestellt. Warum sollte er auch mit einer Hungersnot rechnen, wenn der allmächtige Gott ihm ein riesiges Land versprochen hatte. Nun merkte er aber, dass das alles nicht so lief, wie er sich das gedacht hatte. Dadurch war auf einmal Abrahams großer Glaube sehr klein geworden, so klein, dass er nicht mehr auf Gottes Wort vertraute. 

Diesem ersten Fehler Abrahams – also Zweifel an Gottes Wort und Versprechen zu haben – folgte leider auch der nächste Fehltritt. Denn weil er das von Gott versprochene Land verließ, tappte er in die nächste Sünde, die nicht passiert wäre, wenn er daheim geblieben wäre. Aber das tat er nicht und reiste nach Ägypten aus. Dort versuchte er, den Pharao mit einer Lüge auszutricksen, indem er folgenden Plan schmiedete: Er sprach zu seiner Frau:

1. Mose 12,13 Gib dich doch als meine Schwester aus, damit die Ägypter mich gut behandeln und am Leben lassen.

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Abraham hatte also Angst um sein Leben und log daher. Er hätte aber nicht lügen, sondern “nur” verstehen müssen: “Gott hat mir ein Land versprochen und so lange ich gehorsam bin und mich voll und ganz auf ihn verlasse, wird mir nichts passieren, bis sich dieses Versprechen erfüllt. Denn Gott weiß ja alles im Voraus.”

Aber vielleicht hatte er sich auch gedacht: “Ich war schon dadurch ungehorsam, dass ich das von Gott versprochene Land verlassen habe. Und ehe mir jetzt noch was Schlimmeres passiert, lüge ich lieber, sodass sie mich nicht töten.”

Was es am Ende auch war, was sich Abraham gedacht hatte, du siehst, dass ein Schritt des Ungehorsams oft zum nächsten führt. Und zum nächsten und so weiter. Hätte er aber direkt seinen ersten Fehler eingesehen und ihn zugegeben, dann wäre alles andere danach erst gar nicht passiert. 

Möglicherweise fällt dir dazu auch ein Beispiel aus dem Alltag ein. Es könnte so aussehen, dass ein Kind von seinen Eltern gesagt bekommen hat, dass es zu einer bestimmten Uhrzeit zu Hause sein muss.

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Das Kind hört es, aber bleibt dennoch bewusst länger weg. Um jetzt keinen Ärger zu bekommen, lügt es und behauptet, dass der Bus nicht gekommen sei und er oder sie deshalb warten musste. Die Eltern glauben dem Kind und stellen vor dem ins Bettgehen noch die Frage, ob die Hausaufgaben schon gemacht wurden. Weil das Kind aber schon viel zu spät nach Hause gekommen ist und jetzt keine Zeit mehr für seine Hausaufgaben hat, lügt es weiter und sagt, dass das schon längst erledigt wurde.
Du siehst anhand dieses kleinen Beispiels, wie schnell es passieren kann, dass ein Schritt des Ungehorsams zu einem weiteren Fehltritt, und dieser wieder zum nächsten Fehltritt usw. führen kann.

All das wäre aber erst gar nicht passiert, wenn man gehorsam gewesen wäre. Und so war es auch bei Abraham. Er hätte einfach nur den Worten Gottes vertrauen sollen, der ihm sagte und versprochen hatte: “Ich gebe dir dieses Land.”, aber Abraham vertraute Gott nicht voll und ganz.

Daher möchten wir dir zu diesem beispielhaften Fehler Abrahams, aus dem wir alle lernen können, eine “Lehre fürs Herz”-Karte mitgeben:

blankblankGlaube von Herzen an die Versprechen und Worte Gottes. An jedes einzelne. Zweifle nicht und handle im vollsten Vertrauen darauf, dass das, was Gott gesagt hat, auch eintreffen wird. Immer.

Tust du – wie auch wir – das nicht, dann kann es sein, dass wir uns wie Abraham immer mehr in Fehler verstricken. Wir fangen dann vielleicht auch wie er an, ungehorsam zu sein, dann in diesem Ungehorsam zu lügen, sodass wir dann in eine noch schlimmere Situation kommen usw. So etwas sollen wir nicht tun, sondern wir sollen von Anfang an an unseren himmlischen Vater glauben und ihm voll und ganz vertrauen!