Der gläubige Staatsfeind

Das Ganze nicht aus unserer, sondern aus Gottes Sicht

Jer 27,5-8 Ich habe durch meine große Kraft und meinen ausgestreckten Arm die Erde, den Menschen und das Vieh auf dem Erdboden gemacht und gebe sie dem, der recht ist in meinen Augen; und nun habe ich alle diese Länder in die Hand meines Knechtes, Nebukadnezars, des Königs von Babel, gegeben; sogar die Tiere des Feldes habe ich in seinen Dienst gestellt; und alle Völker sollen ihm und seinem Sohn und seinem Enkel dienen, bis auch die Zeit für sein Land kommt und viele Völker und mächtige Könige es unterjochen werden. Es soll aber geschehen: Das Volk und das Königreich, das Nebukadnezar, dem König von Babel, nicht dienen will und seinen Hals nicht unter das Joch des Königs von Babel beugen will, dieses Volk werde ich heimsuchen mit dem Schwert und mit Hungersnot und Pest, spricht der HERR, bis ich es durch seine Hand vertilgt habe.

Man könnte viel zu dieser Stelle und zu dem ganzen Thema, wie alles aus Gottes Sicht zu betrachten ist, sagen; denn sicherlich wirkt es für den einen oder anderen – gelinde gesagt – mehr als seltsam, dass Gott quasi seine ganze Schöpfung einem babylonischen Herrscher gibt. Und nicht nur das, sondern er führt auch noch Krieg gegen diejenigen, die sich Babylon nicht unterordnen.

Wie gesagt: Viel könnte man dazu sagen, aber am Ende läuft alles auf eine einzige Sache hinaus:

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Unser Gott hat alles fest im Griff.
Nichts, was auf dieser Erde von Bedeutung geschieht,
geschieht ohne ihn –
ob es etwas ist, was er aktiv bewirkt,
oder etwas ist, was er geschehen lässt,
indem er die Dinge einfach laufen lässt.
Alles muss sich am Ende so oder so seinem Willen beugen!

Das beinhaltet natürlich auch die zuvor gelesenen Weltbeherrscher der Finsternis dieser Weltzeit und die geistlichen Mächte der Bosheit in den himmlischen Regionen. Alles ist ihm untertan. Selbst wenn diese geistlichen Mächte ihr Unwesen treiben, lenkt und führt unser allmächtiger Gott alles so, dass am Ende genau das geschieht, was seinem vollkommenen Plan entspricht.

Das beste und anschaulichste Beispiel hierfür ist sein Sohn.
Einmal können wir an ihm erkennen, dass er in keiner Weise gegen die staatlichen Obrigkeiten agierte. Null.
Zum anderen können wir an ihm erkennen, dass Gott hier und da den Satan gewähren ließ, damit eben am Ende sein göttlicher Plan verwirklicht wurde.

Schlussendlich gilt eben immer das eine:
Gottes Plan wird erfüllt werden. So oder so!

Denn … 

Dan 2,21 Er ändert Zeiten und Zeitpunkte, setzt Könige ab und setzt Könige ein … 

Oder in einer anderen Übersetzung:

Gott ist der Herr der Zeit und bestimmt, was wann geschieht; er setzt Könige ab und König ein … 

Mit diesem Verständnis im Hinterkopf ist die Aussage aus dem Römerbrief sicherlich leichter zu verstehen:

Röm 13,1 Jedermann ordne sich den Obrigkeiten unter, die über ihn gesetzt sind; denn es gibt keine Obrigkeit, die nicht von Gott wäre; die bestehenden Obrigkeiten sind von Gott eingesetzt.

Diese Aussage bedeutet im Umkehrschluss: Wenn man sich der Obrigkeit widersetzt, widersetzt man sich Gott selbst, weil er ja diese eingesetzt hat. Wenn man sich also auflehnt und rebellisch ist, ist das so, als würde man es besser wissen als Gott. Niemand würde das so behaupten, aber die Auflehnung gegen seine Einsetzung spiegelt genau das wider. Daher lesen wir auch direkt im nächsten Vers die Tragweite eines derartigen Fehlverhaltens:

Röm 13,2 Wer sich also gegen die Obrigkeit auflehnt, der widersetzt sich der Ordnung Gottes; die sich aber widersetzen, ziehen sich selbst die Verurteilung zu.

Niemand will sich die Verurteilung unseres allmächtigen Gottes zuziehen!

Noch einmal, damit es wirklich klar wird und man die Tragweite dessen versteht, warum man sich seine Verurteilung zuzieht, wenn man sich nicht der menschlichen Ordnung unterordnet:

blankblankWeil man dann nämlich an seiner Entscheidung, wen er wann wo wie einsetzt, etwas auszusetzen hat!