Das Fleisch gegen den Geist
Wie nahezu in allen Bereichen unseres Lebens findet auch hier ein Fleisch-Geist-Kampf statt:
Auf der einen Seite ist der trügerische Zorn des Menschen, der aus seinem Fleisch kommt; auf der anderen Seite ist der wahre Eifer für Gott, der aus dem Geist kommt.
Gal 5,17 Denn das Fleisch gelüstet gegen den Geist und der Geist gegen das Fleisch; und diese widerstreben einander, sodass ihr nicht das tut, was ihr wollt.
Wenn man die Worte Paulus (”sodass ihr nicht das tut, was ihr wollt”) auf unsere Betrachtung hier anwendet, fällt eine Besonderheit auf:
Denn wenn wir im Zorn sind und diesen – bewusst oder unbewusst – ausleben möchten, dann findet kein Kampf statt. Das Ergebnis daraus ist dann, dass wir durchaus das tun, was wir wollen: nämlich uns über etwas aufregen.
Wollen wir aber durch den Geist Gottes die Werke des Fleisches bezwingen (zudem eben auch unser Zorn gehört), dann findet durchaus ein Kampf statt, den wir leider hin und wieder oder noch allzu oft verlieren und dadurch dann das tun, was wir nicht wollen: wir agieren im Zorn des Menschen, der nicht Gottes Gerechtigkeit wirkt.
In anderen Worten:
Wahrscheinlich mehr als bei allem anderen,
schaffen wir es bei diesem Thema hier nicht, die Werke unseres Fleisches zu bezwingen und tun daher allzu oft das,
was wir gemäß der Frucht des Geistes eigentlich nicht tun wollen:
Wir regen uns auf, anstatt friedlich, freundlich, geduldig, sanftmütig, gütig, selbstbeherrscht und liebevoll zu sein! (Gal 5,22)
Deswegen ist es bei diesem Thema umso wichtiger, sich ganz, ganz genau selbst zu prüfen, sich selbst zu erkennen und dann natürlich auch die Dringlichkeit zur Veränderung zu verinnerlichen, um diese dann umzusetzen, denn es heißt ja:
Gal 5,21 … die, welche solche Dinge tun, werden das Reich Gottes nicht erben.
Dazu eine abschließende Selbstprüfungsfrage:
Ist es für dich total klar, dass jemand, der im Ehebruch oder in Unzucht lebt, Götzen anbetet oder Zauberei betreibt, das Reich Gottes nicht erben wird?
Bestimmt!
Ist es dann ebenso klar für dich, wenn es um Feindschaft, Streit, Selbstsucht, Zwietracht, Parteiung und eben Zorn geht?
Denn auch für diese gilt ja: die, welche solche Dinge tun, werden das Reich Gottes nicht erben.
