Innere Unruhe. Ärger. Wut. Zorn. Bis hin zu einem gewissen Grad an Kontrollverlust – ob es der der Zunge oder der Selbstbeherrschung ist.
Diese und ähnliche Emotionen sind uns allen bekannt. Leider.
Uns allen ist auch bekannt bzw. klar, dass wir lernen müssen, richtig mit diesen Emotionen umzugehen. Denn sie gehören zum Menschsein dazu.
Jetzt wendet man als Gläubiger vielleicht direkt zu Beginn ein: “Aber der Zorn ist doch in der Auflistung der Werke des Fleisches dabei. Daher kann man doch nicht sagen, dass wir lernen müssen, damit umzugehen, sondern der Zorn muss komplett verbannt werden?”
Gal 5,19-21 Offenbar sind die Werke des Fleisches, welche sind: Ehebruch, Unzucht, Unreinheit, Zügellosigkeit; Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Streit, Eifersucht, Zorn, Selbstsucht, Zwietracht, Parteiungen; Neid, Mord, Trunkenheit, Gelage und dergleichen, wovon ich euch voraussage, wie ich schon zuvor gesagt habe, dass die, welche solche Dinge tun, das Reich Gottes nicht erben werden.
Wie wir lesen können, ist “Zorn” in der Tat in der Auflistung dabei und daher ist der Einwand auch berechtigt. Vor allem deswegen, weil es heißt, dass diejenigen, welche solche Dinge tun, das Reich Gottes nicht erben werden.
Wiederum steht aber zum Beispiel geschrieben:
Mk 3,5 Da sah Jesus sie zornig der Reihe nach an …
Hier sehen wir, wie unser Vorbild zornig war. Dadurch wissen wir sofort, dass es eine Form des Zorns geben muss, die kein “Werk des Fleisches” ist.
Noch ein Vers dazu:
Kol 3,5-6 Tötet daher eure Glieder, die auf Erden sind: Unzucht, Unreinheit, Leidenschaft, böse Lust und die Habsucht, die Götzendienst ist; um dieser Dinge willen kommt der Zorn Gottes über die Söhne des Ungehorsams.
Auch hier werden (wie bei der Galater-Stelle zuvor) einige “Werke des Fleisches” aufgelistet, nur dass hier der Zorn nicht als ein Teil von diesen Werken aufgeführt wird, sondern vielmehr im positiven Kontrast zu ihnen steht, indem die göttliche Form des Zorns über die Söhne des Ungehorsams kommt.
Man könnte sich anhand dieser Verse also die Frage stellen:
Wie kann man die eine, verwerfliche Art des Zorns, die ein Werk des Fleisches ist, von der anderen, göttlichen Form unterscheiden?
