Wie alles begann
Was war die erste Sünde des Menschen? Der Ungehorsam, vom falschen Baum zu essen.
Was war die erste Handlung des Menschen nach dem sog. Sündenfall? Sich zu verstecken.
Und was waren die ersten Worte des Menschen nach dem Sündenfall? Ausreden:
1Mo 3,12-13 Da antwortete der Mensch: “Die Frau, die du mir zur Seite gegeben hast, die gab mir von dem Baum, und ich aß!” Da sprach Gott der HERR zu der Frau: “Warum hast du das getan?” Die Frau antwortete: “Die Schlange hat mich verführt; da habe ich gegessen!”
Der Mann gab den Fehler nicht zu. Die Frau gab den Fehler nicht zu. Und hätte die Schlange etwas sagen dürfen, hätte sie ganz sicher auch nicht den Fehler zugegeben.
Mit diesem Vorfall ist etwas Entscheidendes passiert:
Die göttliche Natur des sündlosen Menschen ist in unsere heutige gefallene, sündhafte Natur verwandelt worden. Und unmittelbar damit verbunden dann eben auch die Schwäche, dass wir nicht zu unseren Fehlern stehen. Die Kombination aus diesen beiden ist seitdem so etwas wie das Merkmal des Menschen geworden. Es ist quasi in Fleisch und Blut übergegangen:
- Der Ungehorsam gegenüber dem Schöpfer.
- Die Schwäche: Fehler, Baustellen, Unzulänglichkeiten und dergleichen nicht zugeben zu wollen.
Was macht der Mensch stattdessen?
Wir schieben lieber die Schuld auf andere, auf äußere Umstände, versuchen, unsere Fehler zu verbergen; teilweise sogar so sehr, dass wir uns selbst verstecken, indem wir Situationen aus dem Weg gehen, die uns mit unserer Schuld konfrontieren würden. Wir machen also alles ganz genau so wie im Garten, als Adam und Eva nicht zu ihrem Fehler standen, sich versteckten, die Schuld auf andere schoben und versuchten, sich so rauszureden. Diese Parallelen sind kein Zufall.
Daher betonen wir – als absolute Liebhaber der Schöpfungsgeschichte – immer wieder: Diese ersten Kapitel der Bibel wirken vermeintlich (!) wie eine Kindergeschichte, dabei sind sie alles andere als das. Denn sie gewähren die grundlegendsten und gleichzeitig mit wichtigsten Einblicke in das menschliche Herz. Versteht man sie in ihrer Tiefe, versteht man auch sich selbst und seine Mitmenschen besser. In dem Fall eben das typisch menschliche Verhaltensmuster, die eigenen Fehler nicht zugeben zu wollen.
Und das obwohl unser Weg als Gläubige den Weg Adams und Evas auf den Kopf stellt.
Was ist damit gemeint?
- Bei uns begann alles nicht wie bei ihnen mit dem Ungehorsam, sondern mit unserem Gehorsam.
- Wir haben unsere Schuld nicht wie sie vertuscht, sondern wir haben unsere Schuld bekannt und Buße getan.
Bei uns ist also das exakte Gegenteil passiert. Denn:
Sie haben diese beiden Dinge getan und wurden von Gott getrennt.
Wir haben das Gegenteil getan und werden mit Gott vereint.
Und jetzt kommt das umso Traurigere:
Obwohl wir unsere große, allumfassende Schuld bekannt haben, fällt es uns dennoch so schwer, zu unseren kleinen Fehlern zu stehen. Anstatt dass wir auch da unsere Schuld bekennen, winden wir uns heraus wie eine Schlange, indem wir unsere Fehler verstecken, vertuschen, verharmlosen oder sogar schlimmer: Wir schieben die Schuld auf andere.

Wir machen es ihnen also nach,
obwohl wir es besser wissen sollten.
Traurig, aber wahr!
