Warum fällt uns das allen nur so schwer?

Das gesunde Spannungsfeld für die Dringlichkeit zur Veränderung 

Um die Dringlichkeit aufzuzeigen, dass wir unbedingt an uns arbeiten müssen, unsere Fehler offen und ehrlich zuzugeben, gehen wir noch einmal zurück zu der Aussage aus dem letzten Block:
“Am Ende muss das Eingeständnis gemäß dem Muster des Evangeliums erfolgen: Ich habe Schuld, also gebe ich sie zu. So die fundamentale Lehre der Heiligen Schrift.”

Hierzu könnte man einwenden: “Aber ist das nicht ein wenig übertrieben? Die Sündenvergebung mit dem Eingestehen von Fehlern zu vergleichen?”

Ja und nein.
“Ja”, wenn man es allein auf den Buchstaben begrenzt, denn es geht ja bei dem einen um Sünde, bei dem anderen um Fehler, Schwächen, Baustellen und dergleichen.
Die Antwort lautet aber “Nein”, wenn man dabei die wahren Beweggründe für das eigene Handeln mit berücksichtigt. Soll heißen: Ist man im Herzen bußfertig und einsichtig oder eher stur, stolz und widerspenstig?

1Sam 15,23 Denn Widerspenstigkeit ist so schlimm wie die Sünde der Wahrsagerei, und Sturheit ist wie Götzendienst und Abgötterei.

Spr 16,5 Alle stolzen Herzen sind dem HERRN ein Gräuel, die Hand darauf — sie bleiben nicht ungestraft!

Hier sehen wir, dass stolz, stur und widerspenstig zu sein alles andere als harmlos ist. Im Gegenteil: Die Heilige Schrift geht bei diesen Eigenschaften sogar noch einen Schritt weiter und vergleicht diese mit Wahrsagerei, Götzendienst und Abgötterei, die allesamt in den Augen unseres Gottes ein Gräuel sind. 

Daher ist das Thema, das wir hier behandeln, alles andere als eine Kleinigkeit. Denn hier geht es um weitaus mehr, als nur um das Problem, seine Fehler nicht zugeben zu können.

blankHier geht es um eine Wesensart,
die unserem Gott ein Gräuel ist.

Stolz, stur und widerspenstig zu sein (Synonyme für Widerspenstigkeit sind übrigens, bockig, störrisch und aufmüpfig zu sein) sind alles Eigenarten, die der Nährboden eines unbußfertigen Herzens sind. Eines Herzens, das dem gefallenen Menschen anhängt und nicht uns.

blankblankWir als Gläubige müssen ein Vorbild für andere sein, indem wir in allem ein bußfertiges Herz haben, sprich einsichtig sind und zu unseren Fehlern stehen. So folgen wir dem Muster des Evangeliums.

Oder … 

Röm 2,4-6 Oder verachtest du den Reichtum seiner Güte und Nachsicht und Langmut und weißt nicht, dass die Güte Gottes dich zur Buße leitet

Anmerkung zum Abschluss dieses Blocks:
Wir möchten hier keineswegs die Größe irgendeines Fehlers in irgendeiner Art und Weise bewerten. Hier geht es nicht darum, was genau ein kleiner oder ein großer Fehler ist, sondern es geht eben um unsere “Eigenart”, Fehler, Schwächen und Unzulänglichkeiten ungern zuzugeben. Diese tiefsitzende Herzenshaltung ist eine typische, die dem alten, gefallenen Menschen anhängt; und dieser gefallene Mensch soll eben in einen neuen Menschen verwandelt werden, der seine Fehler einsieht und zu ihnen steht. Das ist ein Herz, das unserem Gott wohlgefällig ist. Fehler zu leugnen, zu vertuschen, zu verheimlichen oder auf andere zu schieben eben nicht.

Denn wenn wir unsere Fehler nicht zugeben, ausweichen, auf andere schieben und uns auf diese Weise selbst betrügen, kann es sein, dass wir das dann bei größeren, wichtigeren Dingen auch tun: Denn …

Lk 16,10 Wer im Kleinsten treu ist, ist auch im Großen treu; und wer im Kleinsten nicht treu ist, ist auch im Großen nicht treu.