Drei wichtige Grundlagen zu unserer Zunge
- Der enorm schwierige Fleisch-Geist-Kampf
So wie in fast allen Bereichen unseres Lebens findet auch hier ein Kampf zwischen Gut und Böse, also zwischen Fleisch und Geist, statt – bei unserer “Zunge” sogar ganz besonders oft und ganz besonders stark. Denn unser sog. Fleisch, also unsere alte, gefallene Natur, stellt uns hier tagtäglich vor Herausforderungen, sodass es uns schwer fällt, diese alte Natur – die sich durch unsere Zungen immer wieder aufs Neue zeigt – zu bändigen. Daher heißt es:
Jak 3,7 Denn jede Natur, sowohl die der wilden Tiere als auch die der Vögel, sowohl die der kriechenden als die der Meerestiere, wird gebändigt und ist gebändigt worden durch die menschliche Natur; aber die Zunge kann keiner der Menschen bändigen: sie ist ein unstetes Übel, voll von tödlichem Gift.
Das heißt, wenn es um die Kontrolle unserer Zunge geht, stehen wir laut Jakobus vor einem unlösbaren Problem. Aber unserem himmlischen Vater sei es gedankt, können wir mit seiner Hilfe (durch seinen Geist in uns), ALLES überwinden, bändigen und ändern – selbst unsere alte, gefallene, egoistische, selbstbetrügende und böse Natur.
Denn, wie wir alle wissen, ist mit ihm nichts unmöglich; v.a. dann nicht, wenn wir ihn um etwas gemäß seines Willens bitten und gleichzeitig an uns arbeiten. Und wie wir es hier für unser Thema wissen dürfen, entspricht es zu 100% seinem Willen, dass wir daran arbeiten, unsere Zungen zu bändigen.
Im Zusammenhang unseres Themas bedeutet diese “Arbeit an uns” vor allem: Feindschaft, Streit, Eifersucht, Zorn, Selbstsucht, Zwietracht, Parteiungen, Neid und dergleichen (die gemäß Gal 5,19-21 alle Werke des Fleisches sind) zu bezwingen.
Gleichzeitig haben wir dann auf der anderen Seite (ebenfalls gemäß Gal 5, die Frucht des Geistes): Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung, die ausnahmslos alle im Zusammenhang der Kontrolle der Zunge eine maßgebliche Rolle spielen. Das heißt, wenn diese Dinge in uns zunehmen, dann werden wir viel eher unsere Zunge bändigen können.
Am Ende gilt so oder so: Solange wir noch im Fleisch sind, kämpfen diese beiden Seiten aus Gal 5 gegeneinander – auch und vor allem bei unserer Zunge. Denn …
Gal 5,17 Denn das Fleisch gelüstet gegen den Geist und der Geist gegen das Fleisch; und diese widerstreben einander, sodass ihr nicht das tut, was ihr wollt.
Wenn man diesen Vers auf unser Thema anwendet, gilt er nur dann, wenn wir den hier erwähnten Kampf (in unserem Fall in Form des Kampfes gegen unsere böse Zunge) auch wirklich kämpfen. Tun wir das nicht und reden einfach weiter unbedacht und aus Emotionen heraus (z.B. weil eine Person uns gerade einfach nur nervt), dann tun wir nicht das, was wir nicht wollen, sondern wir tun durchaus das, was wir wollen, nämlich: “Dampf ablassen”.
Und der Dampf ist in diesem Zusammenhang meist oder fast immer das, was sich in unserem Herzen angestaut hat.
Was uns direkt zur zweiten wichtigen Grundlage für unser Thema bringt:
- Aus der Fülle des Herzens redet der Mund
Lk 6,45 Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatz seines Herzens das Gute hervor, und der böse Mensch bringt aus dem bösen Schatz seines Herzens das Böse hervor; denn wovon sein Herz voll ist, davon redet sein Mund.
Wenn man es genau nimmt, ist das eigentliche Problem also gar nicht unsere Zunge, sondern unser Herz! Weil eben gilt: Wovon das Herz voll ist, davon redet der Mund; d.h., wenn man gemäß den Werken des Fleisches, zum Beispiel Zorn, Feindschaft, Neid oder dergleichen gegenüber jemandem in seinem Herzen trägt, dann ist die Gefahr groß, dass sich irgendwann auch die Zunge verselbstständigen und aus der Fülle des Herzens unser Mund reden wird.
Das führt uns automatisch zur dritten wichtigen Grundlage für unser Thema:
- Selbsterkenntnis
Sie ist, wie fast immer, das A und O! Das heißt, wenn wir uns selbst nicht immer und immer wieder prüfen, also darüber nachsinnen, warum wir das denken, sagen, tun und fühlen, was wir denken, sagen, tun und fühlen, dann werden wir aus mangelnder Selbsterkenntnis häufig gar nicht die wahren Gründe für unser Handeln kennen. Unser Thema betreffend bedeutet das, dass wir dann gar nicht wissen werden, warum wir genau das sagen, was wir sagen. Prüfen und erkennen wir uns und unser Herz aber immer mehr, dann werden wir auch zukünftig viel besser unterscheiden können, ob das, was wir sagen, “böse Zunge” ist oder nicht. Das setzt natürlich voraus, dass man …
- überhaupt über sich selbst und das, was im Herzen so alles los ist, nachdenkt,
- das Gesagte sich noch einmal nüchtern vor Augen führt und prüft
und: - dass man sich bei seiner Selbstprüfung nicht selbst betrügt, denn wir wissen ja: unser Herz ist nicht nur trügerisch, sondern überaus trügerisch (Jer 17,9).
…
Durch diese hier kurz aufgezeigten drei Grundlagen zum Thema “Zunge” erkennt man schnell, dass dabei die wichtigsten Aspekte unseres Glaubens zur Geltung kommen:
-
- Der Kampf gegen unser Fleisch, das wir kreuzigen müssen, damit wir Christus immer ähnlicher werden.
- Unser Herz
- Die Selbsterkenntnis, die wir alle zwingend benötigen! Denn ohne sie können wir in vielen Bereichen unseres Lebens in die Irre gehen und das, ohne dass es uns auffällt.
Weil diese Punkte die mit wichtigsten Aspekte unseres Glaubens widerspiegeln, ist es nicht weiter verwunderlich, dass unsere Zunge so etwas wie ein Offenbarer dessen ist, wo wir im Glauben stehen. Wir möchten das wiederholen, weil das vielleicht dem einen oder anderen in der Tragweite nicht ganz bewusst ist.
Was unsere Zunge sagt oder nicht sagt, ist unmittelbar und unweigerlich damit verbunden,
- wie stark wir mittlerweile in unseren Fleisch-Geist-Kämpfen geworden sind,
- wie rein unser Herz ist,
- wie sehr wir vom alten zum neuen Menschen verwandelt worden sind und
- wie sehr die Frucht des Geistes bereits in uns gewachsen ist.
All das und mehr wird unsere Zunge offenbaren. Immer und immer wieder. Unter anderem eben darum, weil aus der Fülle unseres Herzens unser Mund redet.
