Tipps zur Kontrolle der Zunge
Der erste und offensichtlich logischste Ratschlag ist natürlich: Das Gebet!
Ps 141,3 Setze, HERR, meinem Mund eine Wache, behüte die Tür meiner Lippen!
Oder eben an den Kern der Sache gehend bitten:
Ps 51,12 Schaffe mir, Gott, ein reines Herz, und erneuere in meinem Innern einen festen Geist!
Parallel dazu sollte man, wie zuvor gesehen, sich selbst, seine Gedanken und Gefühle, sein Herz und wie man zu einer bestimmten Person steht, prüfen. Hat man dabei herausgefunden, dass da etwas, sagen wir mal, “Unschönes” im eigenen Herzen ist, müssen sofort die Alarmglocken angehen. Denn jetzt gibt es die schlummernde Gefahr, dass sich die Zunge jederzeit verselbstständigen könnte, d.h., dass aus der Fülle des Herzens unser Mund reden könnte. Damit das erst gar nicht passiert, ist es erst einmal das Beste, Gespräche über diese Person komplett zu meiden; sprich sich auf die Zunge zu beißen.
Das ist natürlich nur eine oberflächliche Lösung, denn das, was das Problem ist, liegt ja im Herzen und dort muss es sich dann auch verändern. Ganz nach dem Motto:
Wenn aus der Fülle des Herzens der Mund redet,
muss sich diese Fülle im Herzen verändern!
Das geht zum einen, indem man das, was sich in einem angestaut hat, abbaut. Das wiederum geht am Besten, indem man nicht mit anderen, sondern mit der Person selbst darüber redet und die Sache klärt und bereinigt.
Der andere Weg ist, dass sich das Herz erst gar nicht mit solchen Dingen füllt.
Und wie geht das, dass sich gewisse Dinge erst gar nicht aufstauen und unsere Herzen erst gar nicht mit Schlechtem gefüllt werden?

In aller erster Linie, indem sich nicht unser Gegenüber,
sondern wir uns verändern!
Das heißt: Wir brauchen eine Herzensveränderung, die es uns ermöglicht, in Sanftmut, Langmut, Güte, Treue, Frieden, Freude, Freundlichkeit, Selbstbeherrschung und vor allem in Liebe zu unseren Nächsten zu bleiben. Ändert sich unser Herz in diese Richtung, werden sich negative Dinge nur sehr schwer darin aufstauen. Und wenn mal etwas passiert, was dennoch “aufstößt”, werden wir nicht auf typisch menschliche Weise mit anderen darüber reden oder unkontrolliert die Person selbst verbal angreifen, sondern wir werden es unserem Gott wohlgefällig machen, indem wir in Ruhe und Klarheit die Dinge ansprechen, damit unsere Herzen erst gar nicht mit Negativem gefüllt werden können, sondern es eben sofort abgebaut wird.
Das heißt also: Solange diese Herzensveränderung in uns noch nicht vollzogen ist, ist es das Beste, sich selbst und das, was im Herzen ist, zu erkennen und wenn eine Gefahr besteht, dass sich die Zunge verselbstständigen könnte, erst gar nicht den Mund aufzumachen. Macht man das, hat man schon mal die halbe Miete.
Denn die Sensibilität und Aufmerksamkeit für unsere böse Zunge wird mit der Zeit immer mehr zunehmen und dadurch wird man, wie zuvor erwähnt, ganz automatisch in einem ständigen Selbstprüfungsprozess sein, der einen dazu bringen wird, Gott um Hilfe zu bitten, dass sich unser Herz verändert. Wird dann unser Herz verändert, werden sich auch unsere Worte, die wir sprechen werden, verändern. Warum?
Weil logischerweise auch hier aus der Fülle des Herzens unser Mund reden wird. Dieses Mal aber im Guten. Ganz so wie es der Herr lehrt:
Lk 6,45 Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatz seines Herzens das Gute hervor, und der böse Mensch bringt aus dem bösen Schatz seines Herzens das Böse hervor; denn wovon sein Herz voll ist, davon redet sein Mund.
Also lasst uns nach dem Guten streben, uns zum Guten mit Gottes Hilfe verändern, sodass aus dem guten Schatz unserer Herzen das Gute hervorgeht.
