Der Schlüssel zum richtigen Verständnis: Was ist in meinem Herzen?
Die Frage, wann etwas eine “böse Zunge” ist und wann nicht, lässt sich weniger dadurch beantworten, dass man alle möglichen Gesprächssituationen mit allen möglichen Eventualitäten durchgeht, sondern sie lässt sich am ehesten – und vor allem klarsten (!) – dadurch beantworten, indem man sich folgende Fragen stellt, die man grob in zwei Kategorien unterteilen kann:
Die erste ist unsere eigene “Verfassung im Herzen”, die es unabhängig von anderen Personen zu prüfen gilt: Sie zeigt uns unseren generellen “Zustand” auf. Dazu gleich mehr.
Die zweite Kategorie ist diejenige, die prüft, wie wir im Speziellen zu ganz bestimmten Personen aufgestellt sind, sprich was wir über sie denken und was für Gefühle sie in uns wecken.
Die Fragen, die einem Aufschluss über sich selbst geben ohne einen direkten Bezug zu anderen Personen, lassen sich im Grunde in zwei weitere Unterkategorien aufteilen:
- Meine Gemütsverfassung
Wie geht es mir momentan? Bin ich ruhig und gelassen oder eher unzufrieden und genervt? Bin ich glücklich oder eher unglücklich? - Mein Glaube
Wie sieht es aktuell bei mir im Glauben aus? Lebe ich in der Hingabe für Gott und meine Nächsten oder lebe ich aktuell eher für mich selbst? Bin ich im Reinen mit Gott?
Die Fragen, die sich auf ganz bestimmte Personen beziehen, lassen sich ebenfalls in zwei Unterkategorien aufteilen, die meist unmittelbar miteinander zusammenhängen:
- Meine Gedanken
Was denke ich gerade von Person A, B, C, …?
Wächst meine Bindung und Nähe zu dieser Person oder distanziert man sich eher? - Meine Gefühle
Was für Gefühle habe ich dieser Person gegenüber?
Fühle ich mich durch sie kritisiert, angegriffen, beurteilt oder ungerecht behandelt?
Oder bin ich einfach nur genervt von ihr?
Unsere Gemütsverfassung, unser aktueller Glaube, unsere Gedanken und Gefühle hängen sehr häufig unmittelbar miteinander zusammen und kommen selten isoliert vor. Soll heißen, dass zum Beispiel die generelle Gemütsverfassung von der aktuellen Situation im Glauben beeinflusst werden kann und umgekehrt; und dass die Kombination aus den beiden dann wiederum in die Gedanken und Gefühle, die wir gegenüber unseren Nächsten haben, mit reinspielen werden. Genauso können auch umgekehrt die Gedanken und Gefühle unseren Glauben und unsere Gemütsverfassung beeinflussen. Jede Kombination ist möglich und kann sich unterschiedlich stark zeigen. Bei dem einen so, beim anderen so.
Daher müssen wir uns zwingend prüfen und wissen, wo wir gerade im Glauben stehen, wie es in unserem Inneren aussieht und was für Gedanken und Gefühle uns gerade beschäftigen und leiten.
Denn am Ende gilt immer:
Aus der Summe des Ganzen
und aus der Fülle des Herzens
wird unser Mund reden.
