Abschließend: Die Warnung und das höchste Gebot
Es gibt viele, viele Warnungen in der Heiligen Schrift, die sich auf unsere Zunge beziehen. Die wahrscheinlich klarste und mit eindringlichste ist diejenige, für die wir uns hier zum Abschluss entschieden haben; u.a. deswegen, weil bei diesem Vers auch das Trügerische unserer Herzen in einem Atemzug mit der Zunge erwähnt wird:
Jak 1,26 Wenn jemand meint, er diene Gott, und zügelt nicht seine Zunge, sondern betrügt sein Herz, dessen Gottesdienst ist nichtig.
“Dessen Gottesdienst ist nichtig!” sind wirklich heftige Worte! Aber wie es bei jeder Warnung der Fall ist:
Ob man sich warnen lässt oder nicht, hängt meist nicht davon ab, wie heftig die Wortwahl oder die angedrohten Konsequenzen sind, sondern es hängt vor allem davon ab, wie viel Dringlichkeit wir selbst der Warnung geben.
Das heißt: Liest man die Warnung nur und es verändert sich nicht viel und man “redet böse weiter”
oder sagt man sich: “Oh man, nicht ein einziges weiteres Mal will ich mit böser Zunge reden!”

Von dieser inneren Einstellung
gegenüber egal welcher Warnung auch immer
hängt am Ende alles ab!
Genauso wie auch hiervon:
Gal 5,14 Denn das ganze Gesetz wird in einem Wort erfüllt, in dem: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
Röm 13,10 Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses; so ist nun die Liebe die Erfüllung des Gesetzes.
“Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses”, also redet sie auch nicht böse über den Nächsten. Tut man das aber dennoch, liebt man nicht und erfüllt somit auch das Gesetz nicht. Eine ebenfalls extrem warnende Tatsache, die vor allem unter Torah haltenden Geschwistern, besonders wichtig sein sollte. Denn all das “Gebotehalten” der Torah bringt am Ende nichts, wenn man nicht das höchste aller Gebote hält.
Oder ganz im Geiste der Aussage Jakobus’ formuliert:

Wenn jemand meint, er hält das Gesetz
und hält nicht das höchste Gebot,
sondern betrügt sich und sein Herz,
dessen Torah-halten und Gottesdienst sind nichtig!
…
Damit das nicht (!) geschieht:
Lasst uns in Liebe handeln, in Liebe denken, in Liebe fühlen und in Liebe reden.
Heiliger Vater,
bitte vergib uns und hilf uns, uns selbst und das, wovon – aus unserem Herzen – unsere Zunge redet, mehr und mehr zu erkennen. Hilf uns, unsere Zunge zu bändigen und stärke uns für den Kampf gegen unser Fleisch. Hilf uns, in der Reife und in der Selbstbeherrschung zuzunehmen und gieße mehr und mehr deine Liebe für unsere Nächsten in unsere Herzen aus.
Amen.
V1.0
