Im Gleichnis der Fülle des Herzens
Wenn man sich das Bild, dass das Herz von etwas voll ist, vor Augen führt, kann man dieses Bild um zwei sehr anschauliche, mit der Realität deckende Dinge “erweitern”.
Das eine ist der schnell “innerlich Kochende”, also der Hitzkopf, der oft die Fassung verliert. Sein Herz ist viel schneller von etwas voll, weil quasi das Blut darin schnell zum Kochen kommt. Ähnlich wie Wasser in einem Topf ungekocht genug Platz hat, aber wenn es kocht, schnell überläuft. So ist es auch bei einem, der schnell die Fassung verliert. Wir hatten den Vers bereits:
Spr 29,22: Ein zorniger Mann beginnt überall Streit, und ein Hitzkopf richtet reichlich Unheil an.
…
Vergleichbar damit ist das“verletzte Herz”. Damit ist gemeint, dass ein gesundes Herz es viel eher schaffen kann, das, wovon es voll ist, im Zaum zu halten als ein verletztes Herz, das in Gleichnissen gesprochen: Risse und Wunden hat. Es ist im übertragenen Sinne nicht stark und stabil genug, um das, wovon es voll ist, im Herzen zu behalten. Es läuft über in den Mund.
Und genau so ist es leider für beide Fälle in der Realität. Menschen, die hitzköpfig oder im Herzen verletzt sind (oder beides zusammen), tendieren viel eher und viel schneller dazu, aus der Fülle des Herzens zu reden. Leider.
Daher können und sollten beide beten:
Jer 17,14 Heile du mich, HERR, so werde ich geheilt! Hilf du mir, so wird mir geholfen …
